Statusbericht Juli 2016

Der Juli war mal heiß, mal regnerisch und relativ ruhig, was sich im August ändern wird.

Gelesen habe ich ziemlich wenig und nur ein einziges Buch zu Ende gebracht.
Nobody Wants to Read Your Sh*t: Why That Is And What You Can Do About It von Steven Pressfield hat mir gut gefallen. Eine Mischung aus Autobiografie und Schreibratgeber. Keine wesentlich neuen Erkenntnisse, aber die alten kurz und knackig vorgebracht. Durch die teils extrem kurzen Kapitel (eine halbe bis 3 Seiten) auch was für schnell zwischendurch.

Gesehen habe ich so gut wie nix. Ziemliche Fernsehverweigerung, und DVDs konnten mich bei Hitze auch nicht locken.

Gehört habe ich jede Menge Assassin’s Creed Soundtracks und Liebesschnulzen der 80er und 90er. Es stellte sich heraus, dass ich bei dem Zeug gut schreiben kann.

Geschrieben habe ich eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung, die ich nicht wirklich für gelungen halte, und eine für ein Geheimprojekt.
Ich bin und werde nie ein Kurzgeschichten-Schreibern sein. Alles unter 10.000 Wörtern bringt meine Muse nur zum Schnarchen. Mir fallen auch keine Plots ein, die sich kurz und knackig erzählen lassen, und irgendwas mit einem Twist krieg ich auch nicht hin. Tja, muss ich wohl damit leben lernen.
Weiters arbeitete ich im Rahmen des Camp NaNo an einer Novelle, die mal eine KG war, und … was soll ich sagen? Irgendwo bei 35k stellte ich fest, dass ich das nicht als Novelle runterbiegen kann. Also der nächste Roman *seufz*

PoppyHighlights:

  • Das Camp NaNo geschafft und die vorgenommenen 40k zusammengekratzt.
  • Wir haben wieder ein Hornissen-Nest! Gut, es ist nicht so cool, dass sie sich in der Kiste für die Polsterauflagen niedergelassen haben, und wir mussten 2 Auflagen opfern, weil das Nest genau dazwischen errichtet worden war, aber was nimmt man nicht alles für einen insektenfreien Sommer in Kauf? Wir haben sogar den Spalt der Kiste vergrößert, damit sie leichter reinkommen, und der Hund bewacht die Kiste (okay, hält sein Schläfchen davor).
  • Meine Muse wollte, wie immer im Sommer, nicht mitarbeiten, wurde von mir ignoriert, was sie nicht gewöhnt ist, und rächte sich durch ständige Ausweitung des Plot von oben genannter Novelle. Was irgendgut gut ist, aber irgendwie auch in verdammt viel Arbeit ausartet.
  • Ich hab jetzt eine total schicke Projektliste. Der BEVA hat mit Excel gezaubert, und jetzt hab ich das Ganze farblich, nach Genre, Länge, Wichtigkeit und Deadline sortiert. Die Gesamtzahl macht mir ein wenig Kopfzerbrechen, aber ohne Schlaf dürfte es sich in diesem Leben ausgehen.
  • Heftige Kritik und Feedback kassiert. Ja, das gehört zu den guten Sachen, weil es beweist, dass ich was getan habe. Es beweist auch, wie verschieden Geschmäcker sind und dass man es nicht allen recht machen kann.

Lowlights:

  • Das heurige Wespennest lag so ungünstig, dass wir zum 1. Mal den Kammerjäger lassen kommen mussten. Genau auf Höhe des Schlafzimmers haben sie unter der Verschalung ein Nest gebaut, und das Rascheln war in der Nacht so laut, dass wir sie vernichten mussten.
  • Hab mich an einem Badezimmerschlüssel verletzt. Das klingt jetzt erst mal seltsam, war aber schmerzhaft und peinlich und erst nach einer Woche witzig.
  • Wir haben ein Amsel-Pärchen, das mir alle Beeren wegfrisst. Ich hab CDs aufgehängt. Die Katzen haben sich erschreckt. Die Amseln saßen drunter und futterten Weinbeeren.
  • Einen halben Zahn ausgebrochen. Was ja klar war. Kaum ist mein Zahnarzt in seinem 4-wöchigen Sommerurlaub, bröckeln meine Zähne. Es bescherte mir eine 1-A-Panikattacke und 2 halbe Kreislaufzusammenbrüche bei der Vertretung. Ja, ich habe ein Zahnarzttrauma, und falls jemand wissen will, wie man eine Panikattracke schreibt, ich hab damit jede Menge Erfahrung und gebe gern Auskunft.
  • Heftige Kritik und Feedback kassiert. Ja, ja, ist prinzipiell gut, aber ich würde lügen, wenn ich behaupte, dass es nicht wehgetan hat.

Im August möchte ich eine Kurzgeschichte schreiben (ich kann’s nicht lassen, auch wenn das Ergebnis mau ist, aber es ist eine gute Spielwiese, um zu sehen, wie neue Charaktere funktionieren) und die ehemalige Novelle, jetzt Roman beenden. Da ich ja nebenbei noch was anderes zu tun hab, erfordert das einen straffen Zeitplan, der wenig Zeit zum Trödeln lässt.
So nebenbei kremple ich grad mein Leben um, was ein Langzeitprojekt ist, das aber im Juli schon mal gut angelaufen ist.

Jery
Wheat

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Camp NaNo Juli 2016: Halbzeit

Nachdem schon eine Woche im Juli vergangen war, entschloss ich mich dazu, doch am Camp teilzunehmen. Da man dabei den Wordcount selbst festlegen darf und nicht auf 50.000 Wörter festgenagelt wird, erschien es mir machbar. Und ein bisschen Druck brauch ich ja immer. (Ich will kein zustimmendes Nicken aus dem Publikum sehen!)

Diesmal wollte ich kein einzelnes Projekt angehen, sondern insgesamt vier:
1 Fantasy-Novelle, geplanter Wordcount 30k (ja, ihr dürft jetzt alle herzlich lachen).
2 Fantasy-Kurzgeschichten, 850 Wörter bzw. 3,2k
1 Science Fiction-Kurzgeschichte, 4k

Von den KGs sind 2 für Verlagsausschreibungen, die 3. ist für ein Geheimprojekt, zu dem ich eingeladen wurde *verschwörerisches Grinsen*
Die Novelle … nun ja. Sie fing mit der Idee zu einer Kurzgeschichte an, wurde mittendrin zum Drama und natürlich dabei immer länger. Jetzt hab ich mehr Plot, als ich brauchen kann, und hoffe, dass ich ihn zumindest unter der Novellen-Grenze erzählen kann. Ich will nicht schon wieder einen Roman draus machen.

3 von den 4 Sachen muss ich im Juli fertig bekommen. Und wir wissen auch alle, dass bei mir ohne eine unverrückbare Deadline nix weitergeht.

Bis jetzt hab ich 10k für die Novelle geschafft. Was ein Viertel sein sollte. Theoretisch. Es ist laut Plot-Plan ein bissi … weniger *hüstel*
Das Schreiben ist noch eine Herausforderung, weil die Charaktere neu sind und ich mich erst in sie reinfinden muss. Besonders einer zickt noch rum und macht dauernd etwas, was er nicht machen soll. Ein kleiner Rebell. Muss ich wohl wieder mit dem vorzeitigen und ungeplanten Ableben drohen, damit er spurt.
Der Plot ist ungewohnt krimilastig, was Neues für mich. Und es definitiv nicht geplant. Die Muse hat einen schwachen Moment ausgenützt, mir etwas anderes vor die Nase gehalten, was mich interessiert und abgelenkt hat, und plötzlich war ich in die Suche nach einem Mörder verwickelt.
Jery: not happy
Muse: big fat grin

Die 1. Fantasy-KG ist in der Rohfassung fertig, jetzt muss ich ihr nur noch ein Drittel rauskürzen. Das Schreiben war wie Nach-Hause-Kommen. Bekannte Welt, bekannte Charaktere, bekannte Dynamik zwischen ihnen. Keine Fragen der Charaktere an mich, keine Überraschungen, keine Schwierigkeiten. Wenn das immer so einfach wäre *seufz*

Jetzt muss ich ziemlich mit dem Schreiben aufholen und mein Tagessoll erhöhen, damit sich das noch alles bis Monatsende ausgeht.
Kleinigkeit.

*geht weinend ab*

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Statusbericht Juni 2016

Der Juni war so schnell vorüber, dass ich mich mehr als einmal fragte, wo die Zeit hin ist. Je mehr man zu tun hat, desto weniger bekommt man das Verrinnen der Zeit mit (weise Worte des Sommers).

Gelesen habe ich ein paar erotische Kurzgeschichten, über die wir allesamt den Mantel des Schweigens breiten wollen, sowie Fantasy und Schreibratgeber:
A Question of Honor von Lindsay Buroker, die erste Novelle der Swords & Salt-Reihe um den jungen Kampfmagier Yanko. Schöne asiatisch angehauchte Fantasy-Welt, nette Handlung, sympathische Charaktere, über die ich mehr wissen will. Werde die Reihe definitiv weiter verfolgen.
52 Ways to Get Unstuck: Exercises to Break Through Writer’s Block von Chris Mandeville, ein Ratgeber für alle Autoren, die irgendwie und irgendwo in ihrer Story hängen. Einige Tipps waren gut, einige kurios, die meisten logisch. Also nichts Neues unter der Sonne, aber auch keine Zeitverschwendung.
How to Write Fiction Sales Copy von Dean Wesley Smith war ein Reinfall für mich. Das Büchlein behandelt das Schreiben von Klappentexten für Kurzgeschichten und die verschiedenen Muster, nach denen man vorgehen kann, exemplarisch dargestellt an 32 Stories von DWS selbst. Mein Problem war, dass mich kein einziger dieser Klappentexte dazu veranlasst hat, die betreffende Story lesen zu wollen, in der Mehrzahl fand ich sie generisch und langweilig. Für Romane sind die Tipps auch nur bedingt geeignet, weil man da nicht darum herumkommt, ein bissi mehr über die Charaktere und deren Konflikte zu verraten.
Write. Publish. Repeat. von Sean Platt und Johnny Truant fand ich hingegen ausgezeichnet. Das laaange Buch erzählt vom Weg zweier (bzw. dreier) Selfpublisher, verheimlicht nicht die Fehler, die sie gemacht haben, und bietet, obwohl es schon 3 Jahre alt ist, noch immer relevante Information. Es ist kein Schreibratgeber im eigentlichen Sinn, sondern ein Business-Ratgeber, der Schreiben als Job darstellt und vermitteln will, was man alles tun muss und kann, um in diesem Job Erfolg zu haben.

Gesehen habe ich bis auf das eine oder andere unvermeidliche Fußballspiel überraschenderweise nichts. Keinen Film, keine Serie. Relativ TV-loser Monat.

Gehört habe ich Bruce Springsteen als Einstimmung fürs Konzert.

Geschrieben habe ich eine Kurzgeschichte als Fortsetzung einer anderen. So etwas verschlingt nicht gleich Monate, bringt mir das Erfolgserlebnis einer fertigen Story und lehrt mich, nicht gar so ausufernd zu schreiben. Jetzt darf sie erst mal in Ruhe abliegen.
Bei der Story zeigte sich leider wieder meine Unart, viel zu sehr zu schwafeln, die ich zumindest bei KGs ablegen wollte *seufz* Immer gefährlich, wenn ich einen neuen POV-Charakter zum ersten Mal schreibe, da erkläre ich mir ausführlich, wie die Figur tickt. Alles Zeug, was dann in der Überarbeitung rausfliegt. Ökonomisch schreiben kann ich noch nicht *doppel-seufz*Highlights:

  • Bruce Springsteen Konzert war wie immer grandios. Dieses Mal hat der Boss fast nichts geredet, sondern ein Lied nach dem anderen gespielt, als müsste er mit steigendem Alter was aufholen. Ich hatte auch nur zwei Mal Wasser in den Augen – „The River“ geht mir jedes Mal nahe, und wir bekamen eine zwar unkommentierte, aber höchst emotionale Version von „41 Shots“, ein Lied, das leider immer topaktuell ist, gerade vor dem Hintergrund des Amoklaufs in Orlando.
  • München-Trip zu diesem Konzert. Die Stadt ist immer eine Reise wert, hat die lustigsten U-Bahn-Sprecher, die ich kenne, tolles Essen und dieses Mal leider unglaublich viele Besucher. Es war fast kein Durchkommen in der Innenstadt.
  • Ich bin zu Höchstleistungen fähig, wenn ich brutalen Druck von außen bekomme. Nicht, wenn ich mir selbst Deadlines setze, aber wenn andere das tun – hui wui, da kann ich richtig ranklotzen!
  • Der Gemüsegarten hat einen neuen Zaun, und ich bin froh, wenn ich die nächsten 15 Jahre (so lange muss der mindestens halten) keine U-Hackerl mehr sehe. Habe unzählige davon aus dem alten Gitter entfernt, um selbiges wiederverwenden zu können.
  • Zum 1. Mal Belegexemplare bekommen. Nicht von einem meiner Bücher, sondern von einer Übersetzung. War trotzdem cool😀

Lowlights:

  • Nachspiel des München-Ausflugs: Ein Brief vom Bayrischen Polizeiverwaltungsgericht. Wir haben jetzt einen Punkt in Flensburg😛
  • Eine Fichte musste aus dem Garten weichen. Kollateralschaden: 2 Essigbäume (wurscht), 2 Holunderstauden (schnief). Wenn ich gewusst hätte, dass der Bauer mit dem Ausleger an dem Tag kommt, hätte ich noch schnell die Blüten geerntet.
  • Die Gelsen haben mich entdeckt. Heuer sehr früh.
  • Meine Muse hat mir in 30 Minuten den kompletten Plot eines Science Fiction Romans diktiert. Was eigentlich zu den Highlights gehören sollte, wenn ich nicht so beleidigt wäre. Wenn ICH was plotten will, herrscht Schweigen im Walde. Wenn die gnädige Frau eine neue Idee hat, muss sie SOFORT niedergeschrieben werden *schnaub*. Ich dachte, ich krieg sie ran, als ich mich weigerte, den Plot aufzuschreiben, ehe wir kein Universum dafür haben. BAM. 10 Minuten später hatte ich eines *leise schluchz*. Nie hilft sie mir, wenn ich was will. Egostisches Biest.

Im Juli möchte ich 3 Kurzgeschichten schreiben, 2 für Ausschreibungen, 1 für eine Anthologie, zu der ich noch nichts sagen darf *geheimnisvolltu*. Macht 2 x Fantasy und 1 x Science Fiction.
Da ich mit dem Dayjob voll ausgelastet bin (Deadlines! Das Zauberwort für Produktivität), wird das ein bissi hektisch, aber Schlaf wird sowieso überbewertet.

Wegen des Camp NaNo im Juli überlege ich noch. Nachdem ich einiges schreiben muss, wäre es keine schlechte Idee, andererseits habe ich mit den Sommer-Camps nur bedingt gute Erfahrungen. Mal gucken.

Ist irgendjemand von euch beim Camp dabei?

Jery

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Statusbericht Mai 2016

Der Mai brauchte keinen Schnee (yeah!), einiges an Sonne (wohoo!) und jede Menge Pollen (bäh!).

Gelesen habe ich einige vergessenswerte Kurzgeschichten und viel Fantasy:
Retribution Falls (Tales of the Ketty Jay #1) von Chris Wooding ist ein Genre-Mix aus Fantasy, Steampunk und SF. Luftschiffe, Piraten, originelle Magie und rasante Action sollten das zu einem meiner Lieblingsbücher machen, aber das klappte nicht, weil 1. ich Probleme mit dem auktorialen Erzähler hatte, der alle paar Absätze den Blickwinkel wechselte (es dauerte, sich daran zu gewöhnen; gemocht habe ich es bis zum Schluss nicht) und 2. der HC, Captain der Ketty Jay, ein Arsch ist. Tut mir leid, das in solcher Deutlichkeit sagen zu müssen. Er hat in seiner Vergangenheit etwas gemacht, was für mich als Leser unverzeihlich ist. Zwar entwickelt er im Laufe des Romans einige bessere Eigenschaften, aber ganz ehrlich, wer so tief anfängt, für den ist es schon eine Verbesserung, wenn er seine Crew mal nicht hereinlegt. Das Buch war spannend, das Setting grandios, ich mochte alle NCs, auch die Antagonisten waren klasse, und trotzdem brauchte ich fast ein halbes Jahr, um den Roman zu beenden, weil ich mich nicht mit dem Captain anfreunden konnte. Ich werde die Reihe weiterlesen, weil sonst alles passt, und mir einfach nichts mehr vom Captain erwarten.
Avarice (Pyrrh Considerable Crimes Division, #1) von Annie Bellet war toll, ein kurzer Roman (lange Novelle?) über eine Morduntersuchung in einer Fantasy-Welt mit einer anthropomorphen Ermittlerin. Spannender Fall, wunderbares Worldbuilding und sarkastische HCs, die beide ein großes Geheimnis mit sich herumtragen. Da waren noch so viele Kleinigkeiten, die mir gefallen haben – die NCs, die Variante der Mordkommission, die Magie, die Beschreibungen – und dann gibt es keine Fortsetzung. Warum? WARUM??? *heul* Allein der Sarkasmus und die ständige Spannung zwischen den beiden HCs hätten mich zum Weiterlesen veranlasst.
The Guildmaster Thief von Jake Kerr ist eine nette, kleine Novelle über einen aufmüpfigen Teenager, der als Bestrafung zum Gildenvorstand der Diebe gemacht wird und es schafft, daraus Kapital zu schlagen. Ich werde auch bei dieser Reihe weiterlesen. Zwar ist der 1. Band zu kurz, um wirklich in die Welt einzudringen, aber der Stil war unaufgeregt angenehm, und ich mag den HC.

Gesehen habe ich weitere Folgen von Legend of the Seeker – Neuseeland ist sooo überwältigend schön🙂

Gehört habe ich Hans Zimmer als Einstimmung fürs Konzert.

Geschrieben habe ich eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung, was wieder typisch ich war. Deadline am Sonntag – am Freitag angefangen, am Samstag fertigeschrieben, am Sonntag überarbeitet. Ging sich alles aus😛
Ich schrieb einen neuen Plot (fragt nicht – wenn die Muse plotten will, will die Muse plotten) und überarbeitete eine ältere Kurzgeschichte. Dabei machte ich die Erfahrung, dass es wesentlich leichter und angenehmer ist, eine Geschichte zu ergänzen, als sie später massiv einzukürzen.
Neuer Plan: Ich schreibe nur mehr ultrakurze Sachen, weil ich sie bei der Überarbeitung dann nach Herzenslust ausdehnen kann. (Nicht im Bild: Meine Muse, die gerade an einem Lachkrampf stirbt.)

BontebokHighlights:

  • Wieder an einer Ausschreibung teilgenommen. Einmal im Jahr kriege ich das tatsächlich hin. Mache mir keine Hoffnungen auf eine Veröffentlichung, aber es tut dem Ego gut, wenn ich etwas termingerecht hinbekomme und die Muse sich mal einem vorgegebenen Thema und Wordcount fügen muss.
  • Hans Zimmer live in Graz – ein wundervolles Konzert, sehr emotional (es ist im Bereich des Möglichen, dass ich mir das eine oder andere Tränchen wegwischen musste) und mit einem genialen Tontechniker. Hut ab. Der Sound in der Stadthalle war so gut wie noch nie.
  • Festgestellt, dass der BEVA und ich professionell an einem Projekt zusammenarbeiten können, ohne dass es zu einer Ehekrise führt. Hail Marriage!
  • Erdbeeren frisch aus dem Garten sind unglaublich köstlich.
  • Das Gästezimmer endlich anständig bewohnbar gemacht. Wurde auch Zeit, nachdem ein Regalbrett aus der Wand gebrochen ist (zu viele Bücher? Niemals!). Jetzt ist alles im Afrika-Thema dekoriert, und das Foto vom Bontebok (s.o.) bekam einen Ehrenplatz. Weil nichts Frühling besser verkörpert als eine Antilope auf einer Blumenwiese🙂

Lowlights:

  • Da der Nussbaum sämtliche Blätter einbüßte, vermisse ich meinen Schattenspender für die Terrasse. Immerhin kommt gerade das erste neue Grün raus.
  • Ich kann meine selbstgesetzten Deadlines nicht einhalten. Der Teufel weiß warum.
  • Ich musste zum ersten Mal einen Übersetzungsauftrag ablehnen, da die Bezahlung eine Beleidigung war. Sehr, sehr schade, weil ich gerne für diesen Verlag gearbeitet hätte, aber ein Stundenlohn von € 3,40 (vor Steuern!) ist nicht wirtschaftlich.

Im Juni fahren wir nach München für ein Konzert von Bruce Springsteen. Wenn er nicht nach Wien kommt, kommen wir eben zu ihm.
Ansonsten stehen Garten genießen und die Überarbeitung von Stein & Stahl auf dem Programm (die nimmt einfach kein Ende).

Jery

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Statusbericht April 2016

Das mit den Wetterkapriolen hat der April diesmal aber verdammt ernstgenommen. Memo an selbst: Nächstes Jahr Winterreifen erst im Mai wechseln.

Gelesen habe ich Fantasy und 2 Schreibratgeber:
Shadowkeep – Das Dunkle Land von Alan Dean Foster ist der Roman zu einem Computerspiel aus den 80ern, was man dem Buch mit jeder Zeile anmerkt. Großartige Einschlaflektüre.
Wizard’s Moon von Josh Lanyon ist eine viel zu kurze Story über einen jungen Sklaven, der ausgewählt wurde, um zum Sturz eines Herrschers beizutragen. Gerade, als ich mit der Welt und den Charakteren warm geworden war, war es vorbei, was ein ziemlich unbefriedigendes Leseerlebnis war.
Fire up Your Fiction: An Editor’s Guide to Writing Compelling Stories von Jodie Renner war übersichtlich, präzise und hilfreich. Keine bahnbrechenden Erkenntnisse, nur das Altbekannte zur Überarbeitung kompakt präsentiert. Teilweise für deutschsprachige Autoren nur bedingt verwendbar, weil es bei den Stiltipps um englische Ausdrücke ging.
Break Writer’s Block Now! von Jerrold Mundis brachte eine Offenbarung. Nicht, was das Schreiben angeht (auch wenn er durchaus hilfreiche Tipps hat, wie man eine Schreibblockade bereinigt), sondern was Psychologie angeht – warum Menschen etwas Bestimmtes auf eine bestimmte Art machen. Danach verstand ich meine Verhaltensweise und die von Freunden so viel besser – auf einmal ergab alles Sinn. Hatte ich nicht von einem Schreibratgeber erwartet, dass er mir auf 2 Seiten erklärt, wie eine negative Einstellung entsteht und wie man sie erfolgreich ins Gegenteil kehrt, aber he, ich nehme jeden Ratschlag an, der mir sinnvoll erscheint😛

Gesehen habe ich:
White House Down – hat mir viel besser als der Konkurrent Olympus Has Fallen gefallen. Hatte Humor und schöne Action, ohne sinnlos brutal zu sein. Da verzeihe ich die Stereotypen.
The Bourne Legacy – besser, als die vielen negativen Kritiken vermuten ließen. Die Muse hat ihren kleinen Fangirl-Moment, als Oscar Isaac auftauchte, die Action war klasse, nur die ständigen Bezüge zum Ur-Bourne störten mich etwas. Alles wunderbar, bis der Schluss kam und mir den ganzen Film versaute. Da haben wir eine kompetente Ärztin, die in Gefahrensituationen durchaus erschüttert ist, aber die Nerven behält, sich selbst und mehrmals den Helden rettet, immer eine Idee hat, wie man aus dem Schlamassel rauskommt und sich an sinnvolle Anweisungen hält. Ich war im Happyland, dass sie ihm keine schönen Augen macht, sie nicht übereinander herfallen und das alles auf der Freundschaftsschiene fährt, und dann macht sie am Schluss auf dem Boot genau das – klimper klimper, schmacht schmacht. War das wirklich nötig, Hollywood?
Legend of the Seeker – habe mit einem Re-Watch begonnen. Ich liebe die Serie. Dafür wurde das Wort „cheesy“ erfunden. Ich weiß, dass das Schmalz rinnt, aber es stört mich nicht, weil die Landschaft wunderschön, der Held hübsch anzusehen und Bridget Regan einfach nur AWESOME ist. Die erste Hälfe der 1. Staffel habe ich hinter mir und finde es herrlich, dass Held Richie jede Jungfrau in Nöten retten will und jedes Mal dafür eins auf die Nase kriegt, weil die Ladies in dieser Serie es nicht nötig haben, gerettet zu werden. Das schaffen sie ganz alleine.
Gehört habe ich Bruce Springsteen (muss mich langsam auf Juni einstimmen) und jede Menge Folgen vom Rocking Selfpublishing Podcast. Noch mehr Urlaub für meine Ohren.

Geschrieben habe ich ein paar Sachen für Stein & Stahl. Kann im Prinzip den Satz vom März-Bericht stehen lassen: Was eben so während des Überarbeitens anfällt, wenn man Szenen streicht, neue Übergänge schreibt und ein paar Infos einfügt😛
Von der Revisionsfront kann ich voller Stolz berichten, dass der Alpha-Leser nach 80.000 Wörtern endlich eine witzige Stelle gefunden hat. Nein, das ist kein Sarkasmus. Ich doch nicht.
Ansonsten darf ich mir Gemeckere anhören, warum es am Ende des Kapitels nicht weitergeht, sondern nur weiße Seiten zu sehen sind (äh, weil ich eine Zeitlang zum Überarbeiten brauche?), und dass ich bitteschön endlich mit dem Perfektionismus-Getue aufhören soll. Ich versuch’s ja. Ist nicht leicht.

Highlights:

  • Schöne Stunden im Garten genossen. War zwar kalt, aber wenigstens sonnig. Es ist wundervoll, zuzusehen, wie alles grün wird.
  • In meiner liebsten Buchhandlung gewesen und nur 1 Buch gekauft. Und 5 im Outlet daneben.
  • Den Leihhund meiner Eltern erfolgreich müde gespielt. War nicht leicht, diesen Gummiball auf 4 Beinen zu erschöpfen, aber nach 4 Stunden war der Foxterrier soweit, dass er halb auf dem BEVA liegend eingepennt ist.

Lowlights:

  • Schnee Ende April. Hat mir den Großteil der zu erwartenden Ernte vernichtet. Keine Walnüsse, keine Äpfel, schwere Schäden an Ribisel, Josta- und Heidelbeere. Danke vielmals, April. Zum Glück muss ich nicht von der Obsternte leben. Die Bauern bei uns hat’s hart erwischt.
  • Die Pollensaison geht munter weiter, rund um mich herum ist eine einzige Todeszone. Was bei mir zu permanenter Müdigkeit führt, weil mein Immunsystem auf Hochtouren läuft und niedergeknüppelt wird.
  • Camp NaNo war ein einziger Reinfall. Ich habe gar nichts geschafft und habe es schließlich abgebrochen. So wie’s aussieht, will das Universum nicht, dass ich eine nette kleine zeitgenössische Liebesgeschichte schreibe. Na gut, Universum, ich habe den Hinweis verstanden.

Schnee Ende April
Im Mai gehen wir auf ein Konzert von Hans Zimmer. Live mit vollem Orchester kommt ein Soundtrack noch viel besser als zuhause. Ansonsten stehen weiter die Überarbeitung auf dem Programm und ein kleines Nebenprojekt, für das ich gerade Stockfotos durchforste und meinen alten Laptop wieder hervorgekramt habe.

Jery

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Revision # 8 – Beat Sheets für eine bessere Romanstruktur

Und weiter geht’s mit unserer beliebten Reihe “Wie die Revision Jery um den Verstand bringt”, heute mit dem Thema “Wie mir Beat Sheets beim Kürzen helfen”.
Ja, ich bin noch immer beim Thema Struktur und Kürzen. Das Hübsch-Polieren des Manuskripts kommt schon noch. Hoffe ich.

Nach den beiden großen Kürzungen, die mir um die 50k einbrachten, folgte der nächste Schritt: Ich erstellte ein Beat-Sheet mit einem 9-Punkte-System von dem Roman. Etwas, was ich in Zukunft VORHER mache, weil es mir beim Strukturieren hilft und mir gleich zeigt, ob die Szeneneinteilung passt oder ich noch am Pacing arbeiten muss.

Mein Beat-Sheet ist ein schlichtes einseitiges Worddokument mit 9 vorgegebenen Punkten, das ich mir ausdrucke und dann handschriftlich ausfülle. Mit Bleistift, weil ich am Anfang einiges ausbessern muss, bis ich mit der Einteilung zufrieden bin. Das ist meine Leitlinie, um die restlichen Kürzungen vorzunehmen.

Diese 9 Punkte sind Wendepunkte im Plot. Ziel ist eine ständige Eskalation des Konflikts und eine permanente Erhöhung des Einsatzes. ZB ist zuerst nur die Karriere des HC bedroht, dann sein Leben, dann das seiner Familie (gängig in Thrillern). Weiter unterteilt sind sie in Plot Points und Pinch Points.
Die Plot Points sind Ereignisse, die wesentliche Änderungen nach sich ziehen. Sie sind üblicherweise am Ende jedes Viertels zu finden – bei 25, 50 und 75 % der Handlung. Weiters gibt es kleinere Wendepunkte, die Pinch Points. Und da ich auf Englisch plotte, lasse ich die englischen Bezeichnungen auch so stehen😉
Zusammengestellt habe ich mir diese Punkte selbst, mit Anregungen von einem Dutzend Schreibratgebern, etlichen Autoren und Jami Golds Vorlage für Beat Sheats. Vor kurzem habe ich mir Dan Wells’ Sieben-Punkte-System angeschaut, mit dem auch die Schreibdilettanten plotten, die sind so ähnlich, nur dass ich 2 mehr habe.
Meine Plot Points im Detail, mit Beispielen aus dem aktuellen Roman:

Inciting Incident: Ein Ereignis zu Beginn des Romans, das die ganze Handlung ins Rollen bringt. Damit wird der Weg in Richtung Konflikt beschritten. Auf hübsch Deutsch: Auslösendes Ereignis.
Im Fall von Stein & Stahl: Ein Überfall, bei dem eine Menge Menschen sterben.

1. Plot Point, auch Point of No Return oder First Doorway: Ein Ereignis, das den HC zur Entscheidung zwingt, ob er sich in den Konflikt hineinziehen lässt oder das Weite sucht. Ab diesem Zeitpunkt gibt es kein Zurück mehr, jetzt läuft alles darauf hinaus, den Konflikt zu lösen oder unterzugehen.
Stein & Stahl: Nach einem Aufbau von “NC bringt HC dazu, sich dem Konflikt zu stellen”, gibt der 3. HC den Anstoß zu einem konkreten Plan, wie der Konflikt zu bereinigen ist. Die Entscheidung steht an, ob dieser Plan in die Tat umgesetzt wird. Wenn nicht: sorgenfreies Leben und Ende des Romans nach 25 %.

1. Pinch Point: Ein Punkt, wo Machenschaften des Gegners gezeigt werden und/oder sich der Einsatz weiter erhöht. Keine so dramatische Wende wie bei den Plot Points, aber doch eine deutliche Wende in der Handlung.
Stein & Stahl: HC erkennt, dass er mit seinem Plan andere in Gefahr bringt (hier herrscht noch nicht Lebensgefahr, das kommt erst später – eine kontinuierliche Steigerung der Gefahren ist das Ziel meines Plots, da kann ich nicht gleich mit “krepiert fast” anfangen). Weiters passiert mit einem NC etwas, was dem Villain (der Obermotz unter den Antagonisten) absolut nicht passt.

Midpoint (= 2. Plot Point): In der Mitte des Handlungsbogens ändern sich die Ziele. Neue Entscheidungen müssen getroffen werden, der Einsatz wird abermals erhöht.
Der ideale Zeitpunkt, um den Konflikt so richtig persönlich zu gestalten und dadurch eine neue Dimension einzubringen.
Stein & Stahl: HC und Villain treffen zum 2. Mal aufeinander. Villain bietet eine friedliche Lösung an. HC kann sie annehmen oder ausschlagen (neue Entscheidung). Lehnt ab, woraufhin der Villain klarstellt, dass Schluss ist mit lustig und er den Tod des HC will (Erhöhung des Einsatzes).

2. Pinch Point: hat den gleichen Zweck wie der 1. Pinch Point – Erhöhung des Einsatzes und/oder Machenschaften des Gegners zeigen.
Stein & Stahl: Ein HC gerät in akute Lebensfefahr, was die Rücksichtslosigkeit des Villains zeigt.

3. Plot Point: der “black moment” – eine Krise nimmt temporär die Hoffnung auf eine Lösung des Konflikts zu Gunsten des HC.
Stein & Stahl: HC landet im Gefängnis (nein, nicht in dem, aus dem ich einen Ausbruch geschrieben und wieder gelöscht habe), wo seine Tarnung auffliegt und er keine Möglichkeit mehr zur Umsetzung des ursprünglichen Plans und damit zum Lösen des Konflikts hat.

Höhepunkt: Protagonist und Antagonist stehen sich gegenüber und lösen ihre Probleme. Üblicherweise nicht mit einer Plauderei😛
Stein & Stahl: HC und Villain treffen zum 3. Mal aufeinander und lösen ihre Probleme. Irgendwie schon mit einer Plauderei.

Das Ende des Konfliktes: Gehört noch zum Höhepunkt, bekommt aber einen eigenen Punkt. Das ist der eigentliche MOMENT des Höhepunkts, auf den der gesamte Plot hinausläuft, wo der HC am Ziel seiner Bemühungen ist und der Konflikt endgültig gelöst wird.
Stein & Stahl: Der Villain gesteht seine bösen Taten. (Was jetzt weit weniger dramatisch klingt, als es dann im Buch ablaufen soll.)

Auflösung: Das Ende der Geschichte. Eine Begebenheit, die zeigt, wie sich der Protagonist verändert hat (natürlich muss er sich nicht ändern *hust – Robert Langdon, Jack Reacher – hust*, aber ich schreibe Romane, in denen sich Charaktere weiterentwickeln).
Stein & Stahl: HC öffnet sich anderen gegenüber und erhält ein Ziel jenseits von Kämpfen und Töten.

Diese Einteilung ist kein Dogma, nur ein Gerüst, an das ich mich halten kann. Wer ohne Outline schreibt, braucht sowas vermutlich gar nicht.
Ich kam drauf, dass ich mir wesentlich leichter tue, anhand dieser 9 Punkte einen Plot auf die Beine zu stellen, als wenn ich munter drauf losschreibe und nach 20 % die Krise habe, weil ich nicht weiß, wie es weitergeht. Oder zwar weiß, wo die Reise hingeht, aber viel zu ausufernd werde und jedem Plotbunny nachjage, das der Muse vor der Nase herumtanzt.
Wenn etwas für euch beim Schreiben funktioniert, was absolut nichts mit Plot Points zu tun hat – bleibt dabei!

Eine Analyse des Wordcounts der einzelnen Viertel bei Stein & Stahl brachte das Ergebnis, dass mein Hauptproblem in der ersten Hälfte liegt. Besonders das erste Viertel ist viel zu lang, es hat fast die Länge, die zum Schluss eine gesamte Hälfte haben soll. Also geht’s da allem an den Kragen, was die Handlung nicht weiterbringt.
Ich habe jetzt die erste Hälfte überarbeitet, es flogen weitere 13k hinaus. Mal sehen, ob mir das auch mit der zweiten Hälfte gelingt. Am Ende soll jedes Viertel unter 40k haben.

Und nun geht’s weiter mit dem Kürzen, und bald folgt hier die nächste Folge der Revision-Blogposts, diesmal über Redundanz.

Der lange Weg zum fertigen Roman

Der lange Weg zum fertigen Roman

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Off topic: Das Geburtstagskind

Wir gratulieren unserem Omega Arkis, aka Das Purzi, zum 17. Geburtstag. Vom pechschwarzen Welpen zum grauhaarigen grantelnden Senior. Eine stolze Leistung für einen Hund.

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Statusbericht März 2016

Sonne! Wärme!! Pollen!!! Muss Frühling sein. Der März ist so schnell vergangen, dass Ostern fast schon vorüber war, ehe mir einfiel, dass ich meine Oster-Deko rausholen sollte.

Gelesen habe ich deutsche Fantasy-Autoren und 2 Schreibratgeber.
• Horus W. Odenthal ist nicht mein Fall. Zu schwülstiger und redundanter Stil, flache Charaktere und die falsche Verwendung von Ausdrücken konnten das gute Worldbuilding, den erkennbaren Aufwand und die spannende Grundidee seines Weltenentwurfs für mich nicht retten.
• Thomas Lisowsky wollte ich wirklich mögen und war bereit, alle Teile seiner Novellenreihe um die Söldner „Die Schwerter“ zu lesen. Leider schaffte ich nur den 1. Teil Höllengold. Passive Charaktere, die gerettet werden müssen, ein rollenspielartiges Magiesystem, das sich auf Zufall gründet, und nicht erkennbarer Humor (der von Rezensenten gelobt wurde, nur mir erschloss er sich nicht) waren das Ende der Reihe für mich. Auch wieder einmal ein Prolog, der nichts mit der Story zu tun hat. UND sich als Traum herausstellt.
• Jörg Bennes Heldentaten schnitt am besten ab. Die beiden Stories glichen zwar  Rollenspiel-Episoden ohne Entwicklung und Einblick ins Gefühlsleben der Charaktere, aber zumindest nett geschrieben, mit einer charmanten Zwischenhandlung.
How to Outline Your Novel von K. M. Weiland stellt eine mögliche Methode zum Erstellen einer Outline vor. Für mich nur bedingt verwendbar, teilweise zu oberflächlich, teilweise zu umständlich, hatte das Buch wenig Nutzen für mich, aber für andere Autoren mag es gute Anregungen bieten.
Where Do You Get Your Ideas? von Fred White hat eine wunderschöne Aufmachung im Vintage-Stil und geht dem Ideenfindungsprozess auf den Grund und zeigt, wie man aus einer Idee eine Geschichte macht. Vieles davon war für mich überflüssig (ich weiß, wie ich Ideen bekomme, da brauche ich keine Anregungen), dafür war der Abschluss mit dem Praxisteil und den Vorschlägen für grundlegende Storyideen inspirierend.

SONY DSCGesehen habe ich
Hallo Mr. President – brillant geschriebene Liebeskomödie, die ich mindestens ein halbes Dutzend Mal gesehen habe. Fluffy Stuff mit Substanz.
Monuments Men – interessante Geschichtsstunde mit einer großartigen Besetzung, etwas zu episodenhaft.
Gravity – wunderschön gefilmter und tricktechnisch überragender Trip ins All, der sterbenslangweilig und von Anfang bis Ende vorhersehbar ist. Es half nicht, dass ich den HC für inkompetent und weinerlich hielt.

Gehört habe ich den Soundtrack zu Star Wars The Force Awakens und einen neu entdeckten Podcasts über Selfpublishing, The Rocking Selfpublishing Podcast. Simon Whistler hat eine so angenehme Stimme mit wunderbarem britischem Akzent, das ist wie Urlaub für die Ohren.

Geschrieben habe ich ein paar Sachen für Stein & Stahl. Was eben so während des Überarbeitens anfällt, wenn man Szenen streicht, neue Übergänge schreibt und ein paar Infos einfügt. Es läuft zwar nicht überragend mit der Revision, aber es läuft zumindest😛 Der Alpha-Leser nimmt seine Aufgabe sehr ernst, liest jeden Abschnitt zwei Mal und malt mir Smileys zu den Stellen, die ihm gefallen. Bis jetzt gibt es zu wenig Smileys und zu viele Ks für „Kürzen“.

StormtroopersHighlights:

  • Konzert von Sunrise Avenue – dafür wurde der Begriff „Ohrgasmus“ erfunden. Ich bin der Meinung, dass jede Rockband einmal mit einem Orchester auftreten sollte. Grandioses Konzert.
  • Star Wars Identities Ausstellung. Interessant, informativ und viel zu wenig Exponate. Wenn’s nach mir ginge, hätten sie noch mal 200 Ausstellungsstücke zeigen und statt dessen auf das psychologische Zeug verzichten sollen. Wir machten auch ein „Familienfoto“ mit Darth Vader.
  • Das einzige Geschäft gefunden, das schlimmer als der Bösner in Graz ist: Der Bösner in Wien. Noch größer. Noch mehr Künstlerbedarf. Noch mehr will-haben-Impulse.
  • Beim Wien-Besuch gleich 2 neue Yankee Candles gekauft. Die sollten bis zum Herbst reichen.
  • Überrascht festgestellt, dass mir Twitter irrsinnigen Spaß macht. Ist mir wesentlich sympathischer als Facebook. Und ich bin gezwungen, mich kurz zu fassen. Schadet nicht, das zu lernen.

Ostern 2016Lowlights:

  • Der Shop am Ende der Star Wars Ausstellung. Nichts Interessantes dabei, und sogar die Postkarten waren ausgegangen.
  • Die Pollensaison hat wieder angefangen.
  • Wie bereits auf diesem Blog verkündet, ist mein Schreibexperiment von „schnell einen frisch geplotteten Fantasy-Liebesroman schreiben“ gescheitert.

Im April gibt es das Camp NaNo, an dem ich teilnehmen werden. Mal sehen, ob ich mit dem öffentlichen Druck im Nacken ein Manuskript voranbringe. Falls noch jemand von euch mitmacht, ihr findet mich hier.

Jery

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Camp NaNo April 2016

Um mir selbst Feuer unter dem Hintern zu machen, habe ich beschlossen, an meinem zweiten Camp NaNo im April teilzunehmen. Ich erhoffe mir, dadurch wieder in einen regelmäßigen Schreibrhythmus hineinzufinden.
Mit welchem Projekt, steht noch nicht hundertprozentig fest. Ich habe jetzt erst mal den Romantic Suspense Roman Vienna Calling eingetragen, weil ich irgendwas eintragen muss, aber alle in diesem Haus (okay, der Hund nicht) fürchten sich vor der Entscheidung der Muse, die für gewöhnlich zwischen Tag 2 und 4 alles umschmeisst und mit etwas Neuem um die Ecke kommt.
Ich will auch nicht nur die klassischen 50k schaffen, sondern einen Roman komplett beenden. Keine Ausreden mehr😛

Der Vorteil von Vienna Calling ist, dass ich bereits ein paar Kapitel habe, der Einstieg liegt also bereits hinter mir und es gibt schon ein Viertel. Bleibt weniger zum Schreiben übrig, bis ich das Ende erreiche. Außerdem kam ich vor kurzem drauf, dass ich einen völlig anderen Stil drauf habe, wenn ich was Zeitgenössisches schreibe als bei Fantasy, was eine nette Abwechslung wäre. Und es gibt ein Cover, was angeblich die Wahrscheinlichkeit steigern soll, den NaNo zu schaffen😀

Weiters stehen noch das Projekt meines gescheiterten Schreibexperiments zur Auswahl (brauche da aber noch mehr Vorbereitungszeit fürs Worldbuilding), ein noch nicht geplotteter Urban Fantasy Roman (seit dem letzten Gespräch mit dem Alpha-Leser trägt er den Arbeitstitel Blue X-Furs) und ein neues Fantasy-Projekt, in dem ich zum ersten Mal ein originelles Magiesystem erschaffen habe (aber noch keine Handlung habe – ähm, kleines Problem). Arbeitstitel für diese Sache: Hänsel und Gretel. Ich sollte nicht mehr mit dem Alpha-Leser plotten. Er hat immer Konnotationen, die mich irritieren.

Ich würde mich freuen, wenn ich den einen oder anderen von euch im Camp treffe – ihr erkennt mich an der Großpackung Antihistaminika, der „Relaxing Zen“ Duftkerze und dem verzweifelten Gesichtsausdruck, weil sie Muse dorthin will, wo ich nicht hin will.

Ihr findet mich hier im Camp

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Das Scheitern eines Experiments

Nachdem ich im März viel Freizeit hatte, war mein Plan, diese Zeit zu nutzen, um ein neues Projekt anzugehen. Eine Liebesgeschichte in einem Fantasy-Setting. Für meine Verhältnisse knackig kurz mit geplanten 70-80k.
Ich hatte die Story im Februar komplett durchgeplottet, es gab keine Punkte mehr, die unklar waren. Da der Roman großteils im Winter spielt, wäre es auch der ideale Zeitpunkt, weil im Hochsommer Szenen über kuschelige Abende vor dem Kamin zu schreiben? Ich weiß nicht, ob meine Fantasie dazu ausreicht😛

Mein Plan war, diesen Roman so schnell wie möglich zu schreiben, ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten und logische Probleme (auf die ich immer stoße, egal wie gut die Planung ist). Ich wollte ausprobieren, wie schnell ich ein Buch schreiben kann, wenn ich sonst wenig Ablenkung habe. Eine Art Selbstversuch – kann ich in zwei Monaten ein Buch plotten und schreiben?
Kurze Antwort: Nein.

Der Plan ging nicht auf. Zwei Wochen lang saß ich vor dem leeren Dokument in Scrivener und hatte keine Ideen. Ich wusste zwar, wie die Geschichte abläuft, aber trotzdem fehlten mir die Ideen für Szeneneinstiege. Es kam einfach nichts. Ich prokrastinierte wie ein Weltmeister – gut für meine Bilderdatenbank, schlecht für den Roman.
Also machte ich das, was ich immer in solchen Situationen mache – ich suche mir eine andere Szene, die vielleicht besser geht. Nur – auch das klappte nicht. Ich musste mit der 1. Szene anfangen, weil alle andere darauf aufbauen (no na) und ich auch erst mal rausfinden musste, wie die Charaktere funktionieren. An der Charakterbildung herumgefeilt, 2 NCs eine Persönlichkeit verpasst.
Dann wieder an die 1. Szene gesetzt, einen waschechten Prolog. Zu schreiben angefangen. Und im 2. Absatz auf die ersten heftigen Probleme gestoßen – zum World Building. Das hier ist nicht meine bekannte, go-to-Fantasywelt, sondern was Neues. Und weil es neu ist, weiß ich wenig darüber (wieder ein “no na” Moment).

Es stellte sich heraus, dass mein Hauptproblem ausnahmsweise nicht zickende Charaktere oder ausufernde Länge sind, sondern mangelnde Kenntnis über meine Fantasywelt. Ein Problem, das ich noch nie hatte. Normalerweise existieren diese Welten entweder seit Jahren in meinem Kopf und in Aufzeichnungen, oder ich halte es mit Mulans “I’m making this up as I go”. Beides hat bislang gut funktioniert. Jetzt nicht mehr.
Liegt vermutlich daran, dass ich mich beim europäischen Altertum bediene, wo ich mich nicht wirklich gut auskenne, und mir das Ganze ausdachte, ohne mit großartige Gedanken über die Welt und ihre Gesetzmäßigkeiten zu machen. Ich dachte mir nur das aus, was ich für den Plot brauche.
Nun, für den Plot ist vermutlich auch nicht mehr notwendig, als ich bereits festlegte, aber um es schreiben zu können, brauche ich ein Gefühl für diese neue Fantasywelt, und das habe ich nicht.
Also wieder zurück an den Schreibtisch und in Recherche abgetaucht. Angefangen von Rüstungen über Geografie und politische Systeme bis hin zu Nahrungsmitteln. Bin noch immer mittendrin und finde es erstaunlich, was früher alles gegessen wurde😛

Jetzt habe ich das ganze Projekt mal hintenangestellt, bis ich mich so gut in meiner neuen, noch immer namenlosen Welt auskenne, dass ich problemlos darin schreiben kann. Sobald ich nicht mehr darüber nachdenken muss, wie dort was funktioniert, kann ich unbeschwert in dieser Welt schreiben.
Road Closed

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