Statusbericht April 2016

Das mit den Wetterkapriolen hat der April diesmal aber verdammt ernstgenommen. Memo an selbst: Nächstes Jahr Winterreifen erst im Mai wechseln.

Gelesen habe ich Fantasy und 2 Schreibratgeber:
Shadowkeep – Das Dunkle Land von Alan Dean Foster ist der Roman zu einem Computerspiel aus den 80ern, was man dem Buch mit jeder Zeile anmerkt. Großartige Einschlaflektüre.
Wizard’s Moon von Josh Lanyon ist eine viel zu kurze Story über einen jungen Sklaven, der ausgewählt wurde, um zum Sturz eines Herrschers beizutragen. Gerade, als ich mit der Welt und den Charakteren warm geworden war, war es vorbei, was ein ziemlich unbefriedigendes Leseerlebnis war.
Fire up Your Fiction: An Editor’s Guide to Writing Compelling Stories von Jodie Renner war übersichtlich, präzise und hilfreich. Keine bahnbrechenden Erkenntnisse, nur das Altbekannte zur Überarbeitung kompakt präsentiert. Teilweise für deutschsprachige Autoren nur bedingt verwendbar, weil es bei den Stiltipps um englische Ausdrücke ging.
Break Writer’s Block Now! von Jerrold Mundis brachte eine Offenbarung. Nicht, was das Schreiben angeht (auch wenn er durchaus hilfreiche Tipps hat, wie man eine Schreibblockade bereinigt), sondern was Psychologie angeht – warum Menschen etwas Bestimmtes auf eine bestimmte Art machen. Danach verstand ich meine Verhaltensweise und die von Freunden so viel besser – auf einmal ergab alles Sinn. Hatte ich nicht von einem Schreibratgeber erwartet, dass er mir auf 2 Seiten erklärt, wie eine negative Einstellung entsteht und wie man sie erfolgreich ins Gegenteil kehrt, aber he, ich nehme jeden Ratschlag an, der mir sinnvoll erscheint 😛

Gesehen habe ich:
White House Down – hat mir viel besser als der Konkurrent Olympus Has Fallen gefallen. Hatte Humor und schöne Action, ohne sinnlos brutal zu sein. Da verzeihe ich die Stereotypen.
The Bourne Legacy – besser, als die vielen negativen Kritiken vermuten ließen. Die Muse hat ihren kleinen Fangirl-Moment, als Oscar Isaac auftauchte, die Action war klasse, nur die ständigen Bezüge zum Ur-Bourne störten mich etwas. Alles wunderbar, bis der Schluss kam und mir den ganzen Film versaute. Da haben wir eine kompetente Ärztin, die in Gefahrensituationen durchaus erschüttert ist, aber die Nerven behält, sich selbst und mehrmals den Helden rettet, immer eine Idee hat, wie man aus dem Schlamassel rauskommt und sich an sinnvolle Anweisungen hält. Ich war im Happyland, dass sie ihm keine schönen Augen macht, sie nicht übereinander herfallen und das alles auf der Freundschaftsschiene fährt, und dann macht sie am Schluss auf dem Boot genau das – klimper klimper, schmacht schmacht. War das wirklich nötig, Hollywood?
Legend of the Seeker – habe mit einem Re-Watch begonnen. Ich liebe die Serie. Dafür wurde das Wort „cheesy“ erfunden. Ich weiß, dass das Schmalz rinnt, aber es stört mich nicht, weil die Landschaft wunderschön, der Held hübsch anzusehen und Bridget Regan einfach nur AWESOME ist. Die erste Hälfe der 1. Staffel habe ich hinter mir und finde es herrlich, dass Held Richie jede Jungfrau in Nöten retten will und jedes Mal dafür eins auf die Nase kriegt, weil die Ladies in dieser Serie es nicht nötig haben, gerettet zu werden. Das schaffen sie ganz alleine.
Gehört habe ich Bruce Springsteen (muss mich langsam auf Juni einstimmen) und jede Menge Folgen vom Rocking Selfpublishing Podcast. Noch mehr Urlaub für meine Ohren.

Geschrieben habe ich ein paar Sachen für Stein & Stahl. Kann im Prinzip den Satz vom März-Bericht stehen lassen: Was eben so während des Überarbeitens anfällt, wenn man Szenen streicht, neue Übergänge schreibt und ein paar Infos einfügt 😛
Von der Revisionsfront kann ich voller Stolz berichten, dass der Alpha-Leser nach 80.000 Wörtern endlich eine witzige Stelle gefunden hat. Nein, das ist kein Sarkasmus. Ich doch nicht.
Ansonsten darf ich mir Gemeckere anhören, warum es am Ende des Kapitels nicht weitergeht, sondern nur weiße Seiten zu sehen sind (äh, weil ich eine Zeitlang zum Überarbeiten brauche?), und dass ich bitteschön endlich mit dem Perfektionismus-Getue aufhören soll. Ich versuch’s ja. Ist nicht leicht.

Highlights:

  • Schöne Stunden im Garten genossen. War zwar kalt, aber wenigstens sonnig. Es ist wundervoll, zuzusehen, wie alles grün wird.
  • In meiner liebsten Buchhandlung gewesen und nur 1 Buch gekauft. Und 5 im Outlet daneben.
  • Den Leihhund meiner Eltern erfolgreich müde gespielt. War nicht leicht, diesen Gummiball auf 4 Beinen zu erschöpfen, aber nach 4 Stunden war der Foxterrier soweit, dass er halb auf dem BEVA liegend eingepennt ist.

Lowlights:

  • Schnee Ende April. Hat mir den Großteil der zu erwartenden Ernte vernichtet. Keine Walnüsse, keine Äpfel, schwere Schäden an Ribisel, Josta- und Heidelbeere. Danke vielmals, April. Zum Glück muss ich nicht von der Obsternte leben. Die Bauern bei uns hat’s hart erwischt.
  • Die Pollensaison geht munter weiter, rund um mich herum ist eine einzige Todeszone. Was bei mir zu permanenter Müdigkeit führt, weil mein Immunsystem auf Hochtouren läuft und niedergeknüppelt wird.
  • Camp NaNo war ein einziger Reinfall. Ich habe gar nichts geschafft und habe es schließlich abgebrochen. So wie’s aussieht, will das Universum nicht, dass ich eine nette kleine zeitgenössische Liebesgeschichte schreibe. Na gut, Universum, ich habe den Hinweis verstanden.

Schnee Ende April
Im Mai gehen wir auf ein Konzert von Hans Zimmer. Live mit vollem Orchester kommt ein Soundtrack noch viel besser als zuhause. Ansonsten stehen weiter die Überarbeitung auf dem Programm und ein kleines Nebenprojekt, für das ich gerade Stockfotos durchforste und meinen alten Laptop wieder hervorgekramt habe.

Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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24 Antworten zu Statusbericht April 2016

  1. Break Writer’s Block Now! klingt, als sei es für mich gemacht! 😀 Kommt auf meine Liste, danke!

    Schade, dass das Camp bei dir nicht geklappt hat. Aber Kopf hoch, es kommen wieder bessere Schreibzeiten. 🙂

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    • Jery Schober schreibt:

      Ich hoffe, der Ratgeber bringt dir was. Nicht von den vielen Hinweisen zur Mini-Meditation ablenken lassen 😉

      Ich und das Camp werden wohl keine Freunde mehr. So sehr ich den November NaNo liebe, so schwer tue ich mir mit den Camps. Dann eben ohne Camp, hat vorher auch geklappt.

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  2. udo75 schreibt:

    Ich muss da was berichtigen, es gibt in den ersten 80.000 Wörter einigen witzige Stellen, du warst nur bei der einen beim Lesen anwesend 😉
    PS.: an alle potentiellen Betaleser – das Ding ist gut, macht Druck des es endlich fertig wird! (Anmerkung: Hier spricht nur der Alphaleser nicht der BEVA)

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  3. Christian schreibt:

    Ich versuche, überhaupt nicht neidisch auf das Hans Zimmer-Konzert zu sein 😛 #zumScheiternverurteilt

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  4. Christian Weis schreibt:

    „White House Down“ und „Olympus Has Fallen“ – da ging’s mir genau umgekehrt …
    Diese Emmerich-mäßigen Übertreibungen, seine Effekte-um-des-Effekts willen, die übermäßig klischeehaften Typen, irgendwie ist das nicht so mein Ding, auch wenn ich seine Filme immer wieder anschaue und mich an sich nicht schlecht unterhalten fühle.
    Bei „Bourne Legacy“ stimme ich zu. 🙂

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  5. dreamertalks schreibt:

    Ich überlege jetzt gerade welcher Film welcher war. Wir haben Beide an einem Abend hintereinander gesehen und ich fürchte, ich bin zwischendurch eingeschlafen, sodass ich die komplett durcheinander werfe. Den Einen fand ich ziemlich gut, den anderen schrecklich. Keine Ahnung, wer welcher war…
    Ist Bourne Legacy der mit den blauen Pillen? Wenn ja, ich mag Jeremy Renner und die Bourne Filme sehr gerne, aber bitte getrennt von einander 🙂

    Der Schreibratgeber mit den Verhaltensweisen wird auch auf meine Liste gepackt. Klingt sehr gut. Danke für den Tipp!

    Außerdem freue ich mich, dass Dein Überarbeiten auch nicht so schnell vorangeht, wie Du gehofft hattest. Ich habe letztes Jahr im Urlaub in 10 Tagen einen Teil überarbeitet, dann dieses Jahr den Vorgänger neu geschrieben, sodass ich jetzt den eigentlich schon einmal überarbeiteten Teil um einige Szenen ergänzen wollte – und hänge seit 8 Wochen daran!!!
    Verflixt nochmal!
    Wieso ging das letztes Jahr so schnell und dieses Jahr zieht es sich wie Kaugummi???

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    • Jery Schober schreibt:

      Ja, Bournce Legacy ist der mit den blauen Pillen. Nicht zu verwechseln mit der Matrix 😉 Der nächste Bourne ist eh wieder mit Matt Damon, also können wir Renner in was anderem genießen.

      Wenn ich wüsste, warum Überarbeiten ewig dauert, wüsste ich vermutlich auch, wie ich es beschleunigen könnte. Ich arbeite noch an einem perfekten Prinzip. Es hilft auch nicht, dass es keine KG mit 2.000 Worten ist, sondern etwas mit ein paar Nullen mehr. Allein das Durchlesen dauert schon eine ganze Weile, und das gleich mehrmals …

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  6. chickinwhite schreibt:

    Oh mann, ich treibe mich viel zu selten mittlerweile hier rum. Jetzt sind wir schon fast über den nächsten Monat hinweg…
    Aber HEY! ich schließe mich sofort und bedingungslos Para68 an: Ich will das verdammte Ding noch dieses Jahr zum Lesen bekommen!
    Also keine Ausrede! – also keine, bis auf die eine die zählt:
    Legend of the Seeker!
    Wenn du dich da drin verlierst hast du natürlich mein vollstes Verständnis! Ich liebe es, zu hören, dass du wieder dran bist. Jetzt warte erst mal Ende Staffel 1 ab (Oh mist, da wartet immer noch ne Fanciction drauf weitergeschrieben zu werden…Das ist dann da, wo Kahlan statt Richy mit Cara in die ZUkunft verschwindet… *Meine Muse hebt gerade den Kopf*..
    In der zweiten Staffel achte dann bitte gebührend auf die Chemie zwischen den Ladies…
    *seufzt*
    Ach menno…. *Miss my Show!*…………………

    Hab im Juni eine phantastische Zeit in München!!!!
    😉

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    • Jery Schober schreibt:

      LotS habe ich vor Jahren ja schon mal ganz gesehen, jetzt der Rewatch 😀 Macht irrsinnigen Spaß, ich liebe die Charaktere einfach. Und dass immer die gleichen Pferde auftauchen 😉

      Ja, ja, dieses Jahr sollte die Überarbeitung soweit vorangeschritten sein, dass ich was zum Lesen rausschicken kann. Immer dieser Druck … *grummel*

      München … richtig, da wollte ich ja noch ein Hotel suchen, wird langsam Zeit. Wird sicher wieder super, bislang hat uns noch kein Springsteen-Konzert enttäuscht.

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  7. Stella Delaney schreibt:

    DU BIST UNFAIR, Universum!

    Ich hatte ehrlich gesagt auch keine grossen Erwartungen ans Camp… hab mein Ziel nur erreicht, weil ich sowieso an diesen Kurzgeschichten geschrieben hätte und weil ich Überarbeitung mitzählen konnte. Ich zittere deswegen eher vor dem November.

    Hans Zimmer = ❤
    Höre ich (je nach Situation) gerne beim Schreiben oder beim Malen/Basteln. So richtig stimmungs-meditativ.

    Und höre ich Nebenprojekt? Tell me more… ^^

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    • Jery Schober schreibt:

      Hey, du hast das Camp geschafft, also keine Beschwerden ans Universum. Und das mit November kriegen wir auch hin, ich werde Motivationsschokolade verteilen 😉

      Zimmer live war super und alles andere als meditativ (weil laut und bombastisch), dafür inspirativ. Muse auf Hochtouren 😀

      Nebenprojekt ist noch ganz geheim, dauert noch ein bisschen, bis ich was Konkretes sagen kann.

      Gefällt 1 Person

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