Statusbericht November 2015

Und wieder ist ein November voller Schreibwahnsinn vorüber. Immer wieder schön, am NaNo teilzunehmen, immer wieder stressig und spannend und reizvoll und nervtötend und voller Überraschungen. Auch wenn es mich heuer nicht so gepackt hat wie in den Jahren davor, war es doch eine wunderbare Abwechslung, alle paar Tage in die Tasten zu hauen, um bei der Aufholjagd nicht den Anschluss zu verlieren.

Gelesen habe ich nur ein Buch, Fury of Fire von Coreene Callahan. Es ist der erste Band von Dragonfury, einer Paranormal Romance Reihe über Drachen-Shifter. Das Worldbuilding gefiel mir sehr und wurde in genau den richtigen Häppchen serviert. Der männliche HC war ok, sein bester Freund mein absoluter Favorit (ja, ja, die großen, schweigsamen Typen mit beißendem Humor haben es mir angetan) und die Heldin kompetent, intelligent und mitfühlend. Tolle NCs, von denen ich gerne mehr lesen will. Besonders das Cop-Duo war klasse. Ich arrangierte mich sogar mit dem für Shifter-Stories üblichen „schicksalshafte Gefährten, auf ewig verbunden“, was sonst ein rotes Tuch für mich ist.
Bis 90 % vorm Ende hätte ich dem Buch 4 Sterne gegeben, und dann macht der Held etwas so monumental Unverzeihliches, dass es das Buch einen Stern gekostet hat. Egoismus in Reinkultur, sich und damit dem Leser durch Argumente plausibel gemacht, deren Logik ich der Reihe nach zerpflückt habe. Und glaubt mir, wenn ich in einem Buch Logikfehler finde, sind sie schreiend, weil das sonst nicht meine Stärke ist.
Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, verzeiht sie ihm den Sch…marrn auch sofort. Weil er es aus Liebe getan hat *augenroll* Ich war kurz davor, den eReader in die Ecke zu pfeffern. Was ich mir verkniffen habe, weil ich grad beim Zahnarzt saß. Wer wissen will, warum ich mich so aufregte und hier aus Spoilergründen nicht erwähne: Steht in meiner Goodreads-Rezi.
Was mich auch störte, war das offene Ende. Es blieben so viele essentielle Fragen unbeantwortet, allen voran, ob die Menschen den Großangriff der Drachen bemerkt haben. Es war frustrierender als ein Cliffhanger, weil das Buch nicht mitten in einer entscheidenen Frage abbricht, sondern eine halbe Stunde nach dem Finale. Der Hauptplot war gelöst (auf für mich abstoßende Art), aber die vielen Unklarheiten bringen mich nicht dazu, sofort die Fortsetzung anzufangen, sondern nerven mich. Wieder was gelernt, was ich an Büchern nicht mag und bei meinen eigenen zu vermeiden versuche.
Ich werde die Folgebände auch lesen, weil ich 3 davon schon gekauft habe. Der Stil war gut, Sprache witzig und originell, und ich stehe auf Männerfreundschaften. So much said between the lines. Ein besseres Lektorat hätte der 2. Hälfte gutgetan, weil sich einige prägnante Ausdrücke wiederholten, wo Variation besser gewesen wäre.
Ansonsten nichts gelesen – war ja auch NaNo. Irgendwo muss man die Zeit abzwacken.

Gesehen habe ich weitere Folgen von Castle auf DVD. Immer wieder ein Vergnügen.

Gehört habe ich meine selbst zusammengestellten Playlists, für jedes Projekt eine eigene.

Geschrieben hab ich die erforderlichen 50k. Für insgesamt 4 Projekte. Und nein, ich will nicht darüber reden, warum ich mich nicht auf eines konzentrieren kann.

Teich in FrauentalHighlights:

  • Der NaNo. Was sonst im November.
  • Neue Kontakte während des NaNo geknüpft, und zusammen mit alten Bekannten war es immer wieder schön, Nachrichten und Motivationsschübe zu bekommen. Danke, Leute, dass ihr mich über die Ziellinie geschubst habt.
  • Mein NaNo-Goodie vom BEVA: Eine Darth Vader-Backform für Muffins *squee*
  • Da ich die Tastatur vom BEVA geklaut hatte, kaufte er sich eine neue, weil er mit meiner nicht schreiben mag. Mit dem Ergebnis, dass ich ihm die neue klaute und die alte zurückgab. Im NaNo darf ich alles!
  • Überraschenderweise und völlig ungeplant beendete ich die 1. Überarbeitung von Stein & Stahl. Ich weiß nicht, ob ich mich bei der Muse bedanken oder mit ihr schimpfen soll, weil sie lieber an dem alten Zeug herumdokterte als an etwas Neuem zu schreiben.
  • Der November war zumindest in der ersten Hälfte nicht so trübsinnig wie sonst. Sonne! Vitamin D! Erdbeeren! Ich habe aufgehört, mich über meine Pflanzen zu wundern.
  • Zum ersten Mal mit einem Lektor zu tun gehabt. Eine äußerst positive Erfahrung, auch wenn es nichts mit meinen eigenen Geschichten zu tun hatte.
  • Das neue Programm der Science Busters gesehen, „Das Universum ist eine Scheißgegend“. Natürlich auch das Buch dazu gekauft, damit die Buchhandlung ihren Stand nicht umsonst aufgemacht hat.

In der Nähe der Stainzer Warte, Blick Richtung St. StefanLowlights:

  • Heinz Oberhummer, einer der Science Busters, ist gestorben. Ich hatte die Vergnügen, ihn einige Male live zu erleben. Irene Bulling hat einen kurzen Nachruf verfasst, in dem alles Wesentliche steht: In Memoriam Heinz Oberhummer Ist schon merkwürdig, wie traurig es einen machen kann, wenn ein Mensch stirbt, den man nicht gekannt hat. Ich tröste mich damit, dass er jetzt eins mit dem Universum ist und ich ein von ihm signiertes Buch habe. Leider kamen wir nicht mehr dazu, uns auch die anderen Bücher signieren zu lassen.
  • Meine Motivations-Jelly-Beans hatten ungeahnte Nebenwirkungen. Sie erwiesen sich als Plombenzieher und sind damit vorerst gestrichen.
  • Friedhof der Kuscheltiere: Beim jährlichen Auskehren der Garage 3 Mäuse und 2 Vögel gefunden, alle in verschiedenen Stadien der Verwesung. Ich hab ja nichts dagegen, dass die Katzen der Umgebung mit Vorliebe ein Nickerchen auf meinem Auto machen, aber ich kann auf die Geschenke verzichten. Wirklich.
  • Dazu passte auch der Selbstmord eines Grauspechts, der einen Zusammenstoß mit unserer Balkontür nicht überlebte.

Im Dezember hoffe ich, dass ich wenigstens mit einem der beiden neuen Projekte vorankomme. Ich möchte auch mit dem 2. Überarbeitungsdurchgang von Stein & Stahl anfangen, damit ich 2016 endlich was an meine Testleser schicken kann. Manche von ihnen machen da schon ein bisschen Druck. Wer sich angesprochen fühlt: Danke 😀

Weihnachten sollte heuer ruhig und entspannt ablaufen, nachdem ich nicht vorhabe, mich wieder ins Krankenhaus zu legen. Auf mich wartet das nächste Buch zum Übersetzen, eines zum Überarbeiten und ein paar zum Schreiben. Da kommt keine Langeweile auf.

Ich wünsche euch eine stressfreie Adventszeit mit ganz vielen Keksen, Kerzen und Kitsch. Vor Weihnachten muss das sein.

Jery
Ahorn im Herbst

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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10 Antworten zu Statusbericht November 2015

  1. para68 schreibt:

    Wunderschöne Herbst-Fotos, ich freue mich schon auf die Winter-Impressionen!
    Was sind Jelly Beans? Ich glaube, die habe ich bei uns noch nirgendwo gesehen. Klingt mir aber irgendwie nach Weingummi, was ich nicht mag – also keine Gefahr für meine Plomben. 🙂
    Ohhh, eine Darth Vader-Backform hätte ich auch gern, jetzt bin ich ganz neidisch.
    Ich hoffe, dass Leo im Dezember den Zuschlag bekommt und nicht von Deinen Fantasy-Projekten in den Hintergrund gedrängt wird – aber das ist nur meine ganz persönliche Präferenz. 🙂

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    • Jery Schober schreibt:

      Jelly Beans sind kleine Geleebohnen, die es in dutzenden Geschmacksrichtungen gibt. Zum Glück fällt das Gelee nicht negativ auf (ich mag sonst keins), weil der Gaumen von Butterkaramell, Apfel-Zimt oder Melone erschlagen wird.
      Ich kann seit heute auch noch eine Vader-Eiswürfelform drauflegen, die ich allerdings für Schokopralinen zu verwenden gedenke. Mein Weihnachtsgebäck-Experiment.
      Danke, wenigstens Du hältst das Leo-Banner hoch, wenn schon die Muse eher eine Pflichterfüllung darin sieht. Zumindest dachte ich das bis gestern, als sie mir mit dem halben Plot für Teil 2 kam. Und einem Viertel von Teil 3. Was bedeutet, dass sie sich langsam mit dem Charakter anfreundet, sonst kommt sie nicht auf Ideen zu Fortsetzungen. Vielleicht war gestern aber auch nur Plotting-Nacht, weil mir die Muse auch einen neuen Fantasyroman und 3 Kurzgeschichten schickte *seufz* Könnte auch sein, dass sie mich mit Ideen erschlagen will, damit sie ja nie an einer arbeiten muss.

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      • para68 schreibt:

        Okay, damit können mich Jelly Beans nicht in Versuchung führen, da ich nichts mit Gelee mag – auch wenn sich der Geschmack hinter Karamell u.ä. versteckt. Irgendeinen Seelentröster brauche ich aber dringend, denn Überarbeitungen können so FIES sein. *heul*. Gestern habe ich deswegen aus eine Laune heraus schon eine Flauschdecke bestellt – nicht meine Schuld, meine Muse meinte, sie bräuchte sie, weil sie sonst nicht weiterschreiben würde. Das ist doch mal ein schlagendes Argument! 🙂
        Es ist ja super, dass Deine Muse so kreativ ist. Aber irgendwann sollte sie Dir auch mal Zeit und Unterstützung bieten, um eines der Projekte zu Ende zu bringen – am besten den ersten Band von Leo. 😀

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        • Jery Schober schreibt:

          Also, wenn die Muse eine Flauschdecke braucht, dann braucht die Muse eine Flauschdecke. Da hilft kein Herumstreiten. Die Muse braucht, was die Muse braucht 😛
          Meine gibt sich bei materiellen Dingen zum Glück mit leicht beschaffbarem Zeugs wie Duftkerzen, Schokolade und Schilcher zufrieden. Wobei ich mir nicht sicher bin, ob sie den Wein zur „Inspiration“ braucht oder weil sie sich zusammen mit Nelson im Keller besaufen will …

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      • wiesenirja schreibt:

        Vorsicht – das könnte tatsächlich sein, dass Dich die Muse mit Ideen erschlagen will. So fiese Tricks hat auch meine Muse zuweilen drauf!

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  2. dreamertalks schreibt:

    Es gibt eine Darth Vader Backform??? Was zum Geier…!
    Letztens erzählte mir jemand, dass er spezielle Formen (Drachen, Batman und Superman) zum Kekse backen hat und jetzt noch Darth Vader? Warum weiß ich von sowas Tollem nichts?
    Ich geh jetzt gleich auf Amazon shoppen. Manno!
    Übrigens klingt für mich jetzt Fury of Fire ganz interessant. Ich werde noch eine Nacht drüber schlafen und dann landet es wahrscheinlich auf meinem Wunschzettel. Es sei denn, es ist in der Ich-Form geschrieben. Das ist mein absolutes no-go.
    Danke also für den Tipp!

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    • Jery Schober schreibt:

      Es gibt auch eine Stormtrooper-Kuchenbackform. Und ich hab jetzt auch Vader als Eiswürfel/Pralinenform aus Silikon.
      Ich kann Fury of Fire empfehlen, weil mir die ersten 90 % wirklich gefielen, obwohl Drachenshifter sonst nicht gerade mein Interesse wecken. Ist aus wechselnden POVs geschrieben, nicht nur Held und Heldin, was es ziemlich abwechslungsreich macht. Am liebsten mochte ich die POVs der NCs. Wurde auch auf Deutsch übersetzt, falls du das lieber liest.

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  3. wiesenirja schreibt:

    Danke fürs Erwähnen & Linken! (Mist, hätte ich noch ein bisschen gewartet, hätte ich auf Dich linken können. 😉 )

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