Statusbericht August 2015

Der Sommer war diesmal so heiß, dass bereits Ende August die ersten Kürbisse geerntet wurden. Wenn wir jetzt noch einen warmen September bekommen, bin ich sehr gespannt auf die Weinlese… ein sonniger Herbst ergibt einen herrlich fruchtigen Schilcher 😀

Gelesen habe ich 2 historische m/m Novellen von Ava March aus der Brook Street Collection, die mich nicht umgehauen haben, eher auf der langweiligen Seite und ohne Konflikte, die mich berührt hätten.

Im Genre Fantasy habe ich endlich Among Thieves von Douglas Hulick geschafft, das steht schon lange auf meiner Leseliste. Eine durchaus interessante neue Welt, in der die alte Geschichte „Dieb beklaut die falschen Leute“ erzählt wird. Die Kampfszenen waren großartig (Rapiere, yeah!), mit dem Ich-Erzähler Drothe konnte ich mich nach einiger Zeit anfreunden (ich hab sonst lieber mehrere Blickwinkel), tolle weibliche Nebencharaktere, die mir allesamt ausgezeichnet gefielen, eine wunderbare Männerfreundschaft und 3 Mankos: Es wird nirgends auch nur ansatzweise erklärt, wie es zu einer solch absoluten Gleichstellung von Mann und Frau kommt. Ich sage nicht, dass es in feudalen Gesellschaften nicht möglich ist, ich hätte nur gerne gewusst, wie sich das entwickelt hat, dass Frauen die gleichen Chancen im Leben haben wie Männer, die gleichen Berufe ergreifen dürfen (als Elite der Stadtwache und bezahlte Schläger) und niemals untergebuttert oder auf der Straße blöd angemacht werden.
Dann gab es in der Mitte einen Plottwist, den man nicht kommen sieht, und das nicht, weil er so geschickt verborgen war oder es den Ich-Erzähler überraschend traf – nein, Drothe wusste es die ganze Zeit, es wird nur dem Leser gegenüber nicht mal angedeutet. Das ist nicht überraschend, das ist cheating. Und das mag ich nicht.
Aber was mich wirklich störte, war eine Stelle gegen Ende hin, als Drothe eine Entscheidung trifft, die gewaltige Auswirkungen hat, und zwar nicht nur auf sein Leben – und ich hab ihm den Grund dafür nicht abgekauft. Sein Motiv, etwas Ungeheuerliches zu tun, kam plötzlich und ohne ausreichenden Aufbau daher. 90 % des Buches ist er sich selbst der nächste, und auf einmal soll ich ihm glauben, dass er die dunkle Gesellschaft, in der er verkehrt, retten will, weil… ja weil was? Weil er ihr das schuldet? Weil sie sein Zuhause ist? Weil er nicht weiß, wo er sonst hin soll? Weil er nicht schuld an ihrem Untergang sein will? Was auch immer, jedenfalls fällt ihm das gerade dann ein, als er sich zwischen seiner Diebeswelt und Freundschaft entscheiden muss?!? Sorry, das war mir zu wenig in den Rest des Buches eingewoben, um für mich ein überzeugendes Motiv zu sein.
Was dazu führte, dass ich am Ende selbst, ob Drothe überlebt oder stirbt, nicht mehr sonderlich interessiert war, sondern hauptsächlich weitergelesen habe, um herauszufinden, was mit seinem Freund Degan ist. Der mein Herz mit dem ersten Auftritt im Sturm erobert hat. Und sein letzter Auftritt führte glatt dazu, dass mir die Kehle eng wurde.
Trotz aller Meckerei werde ich mir auch die Fortsetzung holen – der Weltenbau war stimmig, ich fand die Idee mit den Reinkarnationen des Herrschers und den Engeln erfrischend anders, und der Kriegerbund der Degans fasziniert mich. Was wirklich positiv an dem Buch war, waren die realistischen Konsequenzen – wenn jemand drei Tage lang nicht schläft, ist er nun mal am Zusammenbrechen, und wenn jemand verletzt wird, behindert ihn das auch noch eine Zeitlang und ist nicht nach einem Tag weg. Und mir gefielen die Beschreibungen der Stadt – sehr lebendig, mit all den Gerüchen und Geräuschen und verfallenen und schönen Ecken.

Vermutlich hab ich deshalb sehr empfindlich auf diesen Plotpoint reagiert, weil ich mal etwas Ähnliches geschrieben habe – ein Freund tut einem anderen etwas Furchtbares an, und ich war sofort am Überlegen, ob ich das besser erklärt und gut genug vorbereitet hatte, so dass es den Leser nicht so unerwartet trifft wie mich Drothes Entscheidung getroffen hat, für die mir ein überzeugendes Motiv fehlte.

Ich nahm mir auch mal wieder einen Comic vor: Die Legende von Huma aus dem Drachenlanze-Zyklus. Die grafische Seite war ganz okay, aber Huma als Held… ein wenig Selbstzweifel sind schön und gut, aber ständig und pausenlos zweifelt Huma an sich, seinen Entscheidungen, seinem Wert, seinem Stand… nach 10 Seiten fing es an zu nerven. Und dann hört der Sammelband auch noch mitten in der Geschichte auf. Und ich hab keine Lust, weiterzulesen.

Gesehen habe ich Total Recall, die neue Verfilmung mit Colin Farrell. Nicht überwältigend, aber doch nette Unterhaltung, wo sogar ein Fiat 500 der Zukunft kurz auftauchte 😀 Als Goodie für mich gab’s zum Schluss einen Showdown im Regen (die Muse liebt Wasser), und der BEVA durfte sich über die baulichen Unmöglichkeiten der Lifte in Relation zu den Innenhöfen aufregen.
Ich hab auch die 2. Staffel von Chuck zu Ende gesehen, und die Serie gefällt mir immer besser. Besonders die letzten Folgen waren großartig – witzig, spannend und bewegend.

Gehört habe ich Season 9 von Writing Excuses und bin somit fast auf dem aktuellen Stand, weil zur Zeit die 10. Season läuft.

Geschrieben hab ich kaum etwas (bei Hitze streiken die Gehirnwindungen), aber immerhin konnte ich eine Schlüsselszene von Stein und Stahl, die ich neu schreiben musste, fertig bekommen.
SONY DSCHighlights:

  • Meinen Job gekündigt. Das war mit Sicherheit keine besonders kluge Entscheidung, aber die richtige. Mit Ende September und nach über 4 Jahren lasse ich diesen Job hinter mir.
  • Neue Pfeile bekommen. Als ob ich damit besser treffen würde… Um sie von denen des BEVAs zu unterscheiden (gleiche Optik, nur länger), wurden sie individualisiert – mit Leoparden-Klebeband. Yep, ich kann ganz Girlie sein.
  • Einen Tag am See verbracht. Es war der erste und einzige in diesem Sommer, aber besser als gar keiner. Es war das erste Mal, dass ich nach Sockes Tod wieder bei meinen Eltern war. Die Wohnung wirkt sehr leer ohne Hund. Dafür wurde Louie, ein Golden Retriever, am See so sehr vom BEVA bespaßt, dass er nicht mehr mit seinem Herrchen nach Hause wollte. Wir hätten nichts dagegen gehabt, ihn mitzunehmen.
  • Einen Nebenjob als Übersetzer bekommen. Ist gut fürs Einkommen.

Lowlights:

  • Einen Nebenjob als Übersetzer bekommen. Ist schlecht für die eigenen Romane. Die Zeit, die ich sonst fürs Schreiben hatte, stecke ich jetzt ins Übersetzen. Und daran wird sich in den nächsten Monaten nichts ändern. Ich hab keine Ahnung, wie ich den NaNo überleben soll. Ich funktioniere nicht mit weniger als 4 Stunden Schlaf.
  • Nach der Wespenplage kam die Spinnenplage. Kaum hat man eine erwischt, sitzt schon die nächste hinter einem. Wer mich mal wirklich kreischen hören will, muss nur dafür sorgen, dass sich eine Spinne von oben in meine Stirnfransen runterlässt. Da werd ich zum Rumpelstilzchen.
  • Tod einer Orchidee. Der schwarze Daumen hat erneut zugeschlagen.

Im September habe ich endlich Urlaub und werde den BEVA zu seinem runden Geburtstag zu einem Abenteuer entführen *he he*
Es wäre schön, wenn ich zum Schreiben kommen würde, aber ich befürchte, ich werde mit Übersetzen beschäftigt sein, um den Abgabetermin halten zu können.

Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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13 Antworten zu Statusbericht August 2015

  1. chickinwhite schreibt:

    HEY!!! Da hat jemand Urlaub, gelle?- gut so! Und ich drück euch die Daumen für den allerfruchtigsten leckeren Schilcher! 😉
    Zwei langweilige Novellen also? kannst du auch nicht einfach ein angefangenes Buch weglegen? Da hat´s doch besseres zu tun mit der Zeit…Obwohl – Ich bin auch gerade an so einem Fall dran, von dem ich mir auch in der Hälfte des Buches nicht recht sicher bin ob oder ob es mir nicht gefällt… Es zieht sich z.T. endlos, und immer wenn ein Erzählstrang mich gerade fesselt switcht es um zum anderen Erzählstrang, und das nervt…ist ein Riesenwälzer. Aber auch mit so viel Liebe gemacht, dass ich´s nicht über´s Herz bringe es einfach wegzulegen…

    Eieiei, du bist aber auch eine kritische Leserin! 😉 Ob ich so ungnädigen Augen wirklich irgendwann mein eigenes Machwerk zur Vernichtung preisgeben kann?????? 🙂
    Ich kenne zwar den Drothe nicht, aber wenn ein Schurke plötzlich nicht besonders schurkische Entscheidungen trifft (wobei, einen Freund verraten lläuft bei mir unter SEHR schurkisch ❓ ) dann stolpere ich auch schon mal über den Plotverlauf…
    Aber die Welt hört sich gut an. Vielleicht setz ich das Buch auch auf meine Liste…

    meinen aller-aller-allerfettesten Glückwunsch zu einer absolut richtigen Entscheidung!!!!
    …aber das weißt du ja längst…. 😉

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    • Jery Schober schreibt:

      Yep, wir sind gerade in der 2. Urlaubswoche und bekamen heute knapp 6 t Pellets geliefert. Ja, es wird Herbst…
      Ich kann Bücher mittlerweile weglegen, wenn sie mir nicht gefallen, und muss nicht mehr alles zu Ende lesen. Irgendwann erkennt man, dass die eigene Lebens- und Lesezeit begrenzt ist :-p Bei den beiden Novellen wartete ich immer auf eine Steigerung, weil mir die 1. recht gut gefallen hat, und sie waren angenehmer Lesestoff, wo ich kein Hirnschmalz investieren musste.
      Manchmal geht’s mir so wie dir – eigentlich sollte ich mit dem Buch aufhören, aber dann passiert wieder etwas Spannendes, und ich lese voller Hoffnung weiter, denn es könnte ja plötzlich richtig gut werden… Durch welches Buch arbeitest du dich gerade?
      Oh ja, du willst mir unbedingt dein Machwerk zum Lesen geben! Außerdem hab ich schon Broken Chains auf dem Kindle, es ist zu spät für Rückzieher *eg*
      Among Thieves empfehle ich trotz der Mankos (vielleicht stört das ja nur mich?) – gelungene Welt, und wenn du auf schweigsame, große, starke Krieger mit einem Hang zu sarkastischen Einzeilern und einer Vorliebe für Hüte hast, dann wird es dir gefallen 😉 Oh, und ich meine damit nicht Drothe…

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      • chickinwhite schreibt:

        *lacht* ja, schon gut. Eigentlich will ich das… Wobei – „Broken Chains“ dient dir doch nur als Alibi, gib´s zu! Obwohl es – vielleicht? – mit diversen Langweiler Novellen gerade noch so mithalten könnte… Glaub ich 😀

        Klar steh ich auf große schweigsame, Sarkasten! Und wie! UND!! ich bin ein absoluter Kappenfan! (was mir mal ne Weile vor 2 Jahren den letzten Rest Selbstbewusstsein rettete…)
        Und Hüte sind fast genau so gut wie Kappen…
        Ok, habe „Among Thieves“ auf der Liste…

        Derzeit arbeite ich Ashamdon ab. 1. Buch einer Trilogie (klar, was sonst?) und Entdeckung auf der Buchmesse hier in Mainz. Dieses Projekt ist mit soviel Liebe zum Detail gearbeitet, jede Seite mit Illustration, mal klein, mal groß, Anmerkungen in Handschriftstil, 800 Seiten FADENGEBUNDEN!!! einen richtig schönen Effekt von Buchrücken mit Silbereinlage,, also rundum mit viel Leidenschaft umgesetzt. Schön! Dieses Buch verdient es einfach, gelesen zu werden.
        Es ist auch nicht schlecht geschrieben, ein bisschen holprig hier un dda, aber das ständige Switchen ist halt anstrengend…
        Genieß deine Urlaub! Und toitoitoi für die Übersetzungen…
        *winkt*

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  2. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ich finde es gerade interessant, dass du schon die zweite Autorin n meinem Dunstkreis bist, die den alten Brotjob gekündigt hast – ebenso wie du die zweite bist, die ins Freelancing gehen möchte.
    Das ist kurios!
    Ich wünsche dir auf alle Fälle viel Erfolg als Übersetzerin und hoffe, dass trotzdem genug Zeit für deine Romane bleibt 🙂

    Und ja, die Fehler, die man selbst macht, die fallen einem bei anderen doppelt so sehr auf. Das kenne ich gut!

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    • Jery Schober schreibt:

      Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: Ich habe nicht vor, selbständig zu werden. Ich kann mir die Sozialversicherung in Österreich nicht leisten *stöhn* Dass ich gerade jetzt einen Übersetzungsauftrag bekommen habe, war Zufall. Mit dem Gedanken, meinen Job aufzugeben, spiele ich schon länger, ich bin aber auf der Suche nach einem neuen mit Festanstellung. Um vom Übersetzen leben zu können, braucht man Daueraufträge, und die habe ich nicht. Falls ich irgendwann man einen festen Kundenstock habe, könnte ich mir eine Selbständigkeit durchaus vorstellen, aber momentan ist es finanziell nicht machbar.

      Stimmt, bei Fantasy-Büchern passe ich immer besonders gut auf, wie andere Autoren Plotpoints lösen, die ich selbst habe, als Vergleich und um zu erkennen, ob ich was falsch gemacht hat. Als Autor sieht man ja oft das Buch vor lauter Buchstaben nicht, da helfen Fremdvergleiche.

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Ah, es wirkte so. Da war ich verwirrt ^^.
        Jep – Fremdvergleiche sind hilfreich, wobei ich mich weniger an veröffentlichten Büchern da abarbeite (ich lese eigentlich fast nichts im eigenen Genre :O ), sondern mehr an den Projekten anderer Autoren, bei denen ich betalese. Dann fällt es mir auf und ich mache es selbst irgendwann nicht mehr.

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  3. para68 schreibt:

    Was für ein wunderbares Sonnenblumen-Foto! Das macht meinen novemberartigen ersten Urlaubstag doch gleich etwas bunter und fröhlicher. Nach einem Ausflug gestern beginne ich auch zu überlegen, ob Fotografieren ein Hobby von mir werden könnte. Sehr sinnvoll, da ich weder Ahnung noch Ausrüstung habe und mir wahrscheinlich auch das „Auge“ dafür fehlt.

    Ich gebe die Hoffnung ja noch nicht auf, dass ich „Stahl“ zu Weihnachten zum Lesen bekomme *Dackelblick*. Das schaffst Du doch ganz bestimmt!

    Auch wenn Du jetzt mit der Übersetzung einiges zu tun hast, wünsche ich Dir ganz schnellen Erfolg bei Deiner Arbeitssuche!

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    • Jery Schober schreibt:

      Als Ausrüstung zum Fotografieren reicht eine Kamera, und ich weiß, dass Du eine Digicam hast 😛 Ahnung habe ich auch noch immer nicht viel (Blende – das böse Wort), aber Spaß dran, und es sind auch schöne Erinnerungen an die Orte, an denen ich mal war. Probier’s im Urlaub aus – ich will schottische Seen sehen!
      Stahl zu Weihnachten? Ok, wir haben aber nicht gesagt, in welchem Jahr… Das Übersetzen gestaltet sich langwieriger als gedacht, daher befürchte ich, dass ich in nächster Zeit zu nicht viel kommen werde, zumal ich nicht den ganzen Tag am PC sitzen kann, da sagt die Bandscheibe nein. Gucken wir mal, wie’s im Oktober läuft und wie meine Zeiteinteilung da sein wird.

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  4. wiesenirja schreibt:

    Hallo Jery,
    ein ereignisreicher August!
    Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum Job-Kündigen und zum neuen Job und herzliches Beileid … (Oder wie jetzt? ;–))
    @ Among Thieves: WIE sollte man in einer Geschichte, die um ganz anderes geht, erklären, warum Männer und Frauen gleichgestellt sind? Soll der Protag über ein kulturhistorisches Geschichtswerk oder gar ein Werk über die Evolution in jener Welt stolpern?? – WARUM sollte man es überhaupt erklären? – Müsste man nicht eher die Frage stellen, wie es kommt, dass sie das in unserer Welt (immer noch) nicht sind?
    Interessiert mich, weil ich in meinen Welten ähnliche Setzungen mache …
    @ Spinnen: Das ist der alte, traditionelle Spinnenwitz … Bei mir kommt er meist in der Variante „kurz vorm Gesicht runterlassen und dann wild mit allen Beinen wedeln“. Kürzlich hat mich so eine „Oktopodin“ damit sogar zu einem laut vernehmlichen „Iiieeek!“ gebracht. – Wiiiitzig!
    LG, Irja.

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    • Jery Schober schreibt:

      Danke für Glückwunsch und Beileid gleichermaßen, ist beides angebracht 😀

      Es reicht, dass Drothe über ein Buch stolpert, das macht ihm schon Ärger genug 😉
      Ich sag nicht, dass der Autor mir erklären muss, warum in seiner Welt Gleichberechtigung herrscht, ich hab’s mir nur gewünscht, um meine Neugier zu befriedigen. Mir hätte ein halber Satz à la „die Engel wollen das so“ schon gereicht. Es hat mich gefreut und irritiert, dass die weiblichen Nebencharaktere in den üblichen Männerberufen reüssieren (Fowler war mein Liebling), während die sonst oft Frauen zugewiesenen Tätigkeiten wie Schreiber, Magier und Koch den Jungs vorbehalten sind. Das ist zwar erfrischend anders (wer will schon zum 200. Mal über die Rettung der kreischenden Prinzessin lesen?), war mir aber einfach zu sehr hingeknallt im Vergleich zum restlichen Worldbuilding – gerade im ersten Viertel gibt es Infos en masse zur Welt, die mir fast schon zu viel waren, aber eben nichts dazu. Da ich aus unserer Geschichte nur feudale Systeme kenne, in denen Frauen etliches verwehrt worden ist, wollte ich wissen, warum es in Drothes Welt diese Entwicklung nicht gegeben hat (oder diese Kultur sich davon wegentwickelt hat), und war enttäuscht, dass ich keine Erklärung bekam.
      Vielleicht sollte ich mehr Geschichtsbücher lesen, es gab und gibt sicher Kulturen, wo Gleichberechtigung erzielt wurde, die ich nicht kenne. Vielleicht gibt es auch eine Antwort für mich in Band 2. Vielleicht soll es gar keine Antwort geben, sondern es ist in Ildrecca einfach so, Punkt.

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      • wiesenirja schreibt:

        Ja, wenn der Rest erklärt wird, sollte es dazu vielleicht auch einen Kommentar oder eine Erklärung geben. (Muss ich mir für Grimo merken!) Aber nur, weil dieser Punkt sonst rausfällt.
        Ansonsten finde ich eben dies das Erfrischende bzw. Reizvolle an Fantasy: Das Ausprobieren einer Welt, die eben „anders“ ist, und zwar selbstverständlich anders als das, was wir gewohnt sind. Das ist es, was ich meine: eigentlich müsste man dauernd erklären, warum Männlein & Weiblein bei uns so ungleich berechtigt sind. Tut auch nur selten jemand, weil, das wissen wir ja alle, dass es … halt so ist. ;->
        Davon abgesehen, dass ich alleine schon deshalb in gleichberechtigten (sic) Fantasy-Welten schreibe, weil mich dieses ewige Männchen/Weibchen-Gedöns unsäglich nervt und ich den Schwerpunkt lieber auf anderes setze.

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