Wenn Helden in die Jahre kommen… von Tanja Rast

Die Autorin Tanja Rast hat einen Beitrag zu Helden jenseits der 30 geschrieben, der auf meine volle Zustimmung stößt:

Wenn Helden in die Jahre kommen…

Ich persönlich lese gerne über erfahrene und ältere Helden. Es müssen nicht immer die knackigen 25jährigen sein, die die Welt retten. Gerade die Generation 35+ hat so einiges an Lebenserfahrung und Weisheit drauf, was ich als Leser gerne miterlebe. Ganz zu schweigen davon, dass ich mich mit den Problemen dieser Charaktere mehr identifizieren kann als mit einer 15jährigen, deren größte Sorge es ist, ob ihr Schwarm in der Schulpause mit ihr spricht.

Gerade Fantasy bietet da wunderbare Möglichkeiten, sich mit den Wehwehchen alternder Krieger und Magier auseinanderzusetzen, die bei Altersfehlsichtigkeit erst mal eine Brille erfinden, ihre Arthritis ohne die Pharmaindustrie in den Griff bekommen und die Bandscheibenprobleme mit ihrer eigenen Form der Physiotherapie bekämpfen müssen.

Jery
*off to invent physical therapy in her world*

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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11 Antworten zu Wenn Helden in die Jahre kommen… von Tanja Rast

  1. patriziagruber schreibt:

    Da hast du was wahres geschrieben, liebe Kollegin, Helden müssen nicht zwanzig sein, sie müssen Mut haben und Verstand. LG * Trisha

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    • Jery Schober schreibt:

      Wobei ich mir noch nicht sicher bin, was wichtiger ist, Mut oder Verstand… Meinen Helden fehlt oft genug in entscheidenden Situationen eines davon, und es ist nicht Mut 😉 Na ja, immerhin haben sie Enthusiasmus, auch eine Waffe im Kampf gegen den drohenden Tod.

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      • patriziagruber schreibt:

        Das kenne ich auch in meinen Geschichten, aber man muss sagen, dass bei Heldentaten eher der Mut entscheidet, denn wer würde sich sonst freiwillig in Gefahr bringen? Der Verstand mahnt einen ja zur Vorsicht. LG * Trisha

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  2. dreamertalks schreibt:

    Ich stelle, beim Lesen dieses Beitrags, immer wieder fest, dass ich ein Idealalter für meine Helden habe: Sie sind alle so zwischen 25 und 35 Jahre alt. Das scheint meine magische Spanne zu sein 😉
    Wobei ich im letzten NaNo auch einen etwas jüngeren Helden geschrieben habe (zu dem Zeitpunkt Anfang 20 Jahre alt, aber noch sehr grün hinter den Ohren), der aber im Verlauf der Geschichte durch die Handlung deutlich altert. Dieses Altern hatte für mich einen besonderen Reiz, weil ich aus dem ungestümen Jungspund, der nicht nachdenkt und der das Gefühl hat, unsterblich zu sein, einen etwas besonneneren, „härteren“ Krieger machen konnte.

    Aber bei anderen Autoren lass ich die meisten Bücher panisch fallen, wenn der erste Satz der Zusammenfassung „Die gerade 16jährige…“ lautet. Da bin ich sozusagen „raus aus der Nummer“ ehe das Buch wieder auf dem Stapel liegt. Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie ich reagieren würde, wenn da stehen würde „Gerade 51 Jahre alt und schon…“, aber ich denke, da käme es auf den Rest der Zusammenfassung an 😉

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    • Jery Schober schreibt:

      Ich hab die Charaktere, über die ich gerne lese, am liebsten ab Mitte 20, wo der Sturm der Jugend langsam vorbeizieht, aber noch Zeit genug für eine richtige Entwicklung ist und sie noch nicht so festgefahren sind. Mit über 30jährigen kann ich mich aufgrund des größeren Erfahrungsschatzes besser identifizieren. Nach oben hab ich nicht wirklich ein Limit, allerdings liest man selten über 70jährige Krieger 😉
      Momentan lese ich ein Buch mit einem 18jährigen als Protagonisten, was mir sonst zu jung ist, gefällt mir aber bis jetzt sehr gut. Liegt vermutlich daran, dass es nicht um erste Liebe und Zoff mit Lehrern geht, sondern um die Befreiung der unterdrückten Welt. Ich konnte mich mit der YA-Welle der letzten 10 Jahre nie anfreunden, allerdings bestätigen Ausnahmen wie eben Steelheart die Regel.

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      • dreamertalks schreibt:

        Ich mag schon allein diese Beschreibungen „Young Adult“ oder jetzt auch „New Adult“ nicht. Wenn man eine Geschichte nach dem Alter der Hauptdarsteller bezeichnet, stimmt mit der Geschichte etwas nicht, finde ich

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        • Jery Schober schreibt:

          Und dann kommt noch „All Age“ dazu… Früher gab’s einfach Bücher für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, mit äußerst durchlässigen Grenzen. Heute gibt’s Einteilungen nach Altersstufen, Beruf und Lebensabschnitten. Als ob Genres wie Fantasy oder Krimi nicht mehr reichen würden.
          Ich verstehe ja, dass die Verlagsindustrie und der Buchhandel Bezeichnungen brauchen, um Regale zu beschriften, hab aber immer den Eindruck, dass sie damit auch einen Teil ihrer Leserschaft abschneiden, während sie diese Bücher genau auf einen anderen Teil zuschneiden. Seit vor gut 10 Jahren die neue Terminologie aufkam mit Young Adult und New Adult, fühle ich mich überscchwemmt von diesen Büchern, dabei kommen vermutlich nicht mehr davon heraus als in den Jahren davor. Und weil ich mich davon überschwemmt fühle, lese ich kaum was in diesen Genres, obwohl sicher ausgezeichnete Bücher dabei sind. Mich schrecken die neuen Bezeichnungen ab, andere finden sie hilfreich. Ist wohl wie alles bei Büchern Geschmackssache.

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  3. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ich lese gern etwas über Protagonisten jeden Alters (Harry Potter ist zu Beginn seines Abenteuers noch keine elf Jahre alt und ich mochte den Hundertjährigen ^^), aber ich merke, dass es mir unfassbar schwer fällt, Charaktere jenseits der 25-30 auch nur annähernd plausibel zu beschreiben. Und das aus einem ganz einfachen Grund.
    Ich bin 24.
    Ich bin beliebig abwärtskompatibel – kann mich also recht gut auch in siebenjährige Romanfiguren hineinversetzen etc. – aber ich kann mich nur in einem begrenzten Umfang in Charaktere reindenken, die wesentlich älter sind als ich selbst. Man kann am Todesalter meiner Vampirfiguren übrigens in der Regel erkennen, in welchem Alter ich sie erfunden habe – die Meisten von ihnen sind zwischen 14 und 17 Jahre alt, ich war zum Zeitpunkt des Erfindens 15/16 Jahre alt (es gibt eine Ausreißerin, die tatsächlich um die 50 ist)
    Später hinzugekommene Figuren sterben dann oftmals später – mit 19, 21 und 27. Aber niemand von meinen Figuren – auch die sterlichen – ist wesentlich älter als 27.
    Dabei habe ich in meinen Geschichten durchaus „reife“ Menschen – Frauen, die mit 15 Jahren ein Königreich verwalten müssen, weil ihre Mutter wahnsinnig geworden ist. Frauen, die mit 17 ihre zweite Fehlgeburt haben und stark darunter leiden. Junge Männer, die ungefähr im selben Alter beinahe hingerichtet werden, obwohl sie unschuldig sind. Also durchaus reife Dinge erleben.
    Tja.
    Keine Ahnung ^^

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    • Jery Schober schreibt:

      „abwärtskompatibel“ find ich eine gute Bezeichnung 😀
      Club 27 hat eine lange Tradition in unserer Kultur, da passen deine Figuren gut rein 😉

      Ich glaube, die eigenen Präferenzen hängen auch stark vom eigenen Alter ab. Mit 10 wollte ich nichts über „alte“ Menschen jenseits der 20 lesen. Mit 14 waren erwachsene Protgonisten ok, solange sie nicht auf Familie und Kinder zusteuerten. Jetzt, im „reiferen“ Alter, ist es mir ziemlich egal, wie alt die Charaktere sind, solange sie wachsen und reifen. Ich kann mich nach oben UND unten orientieren, was mir als Teenie nicht gelang.
      Was ich allerdings nicht schaffe, ist, mich für den Liebeskummer und die Schulprobleme von 15jährigen zu interessieren, die davon ausgehen, dass sie ihre erste wahr große Liebe ehelichen müssen, sonst sind sie für den Rest ihres Lebens unglücklich. Da es unwahrscheinlich – wenngleich nicht unmöglich – ist, dass dies auch passiert, kann ich da einfach nicht mitfiebern. Ich kann auch mit dem Konzept der „einzig wahren großen Liebe“ generell nichts anfangen und finde es nicht romantisch. Wenn es nur eine Liebe im Leben geben würde und ich diese mit 18 verliere, weil der Typ vom Bus niedergemäht wurde, wäre der Rest meines Lebens trostlos.

      Wenn ich YA lese, dann etwas wie Harry Potter, wo es um mehr geht als um das Erwachsenwerden der jugendlichen Helden, wo mehr auf dem Spiel steht als der Besuch des Abschlussballes mit dem Traumprinzen. Und wie du richtig meintest, ist reif weniger eine Frage des biologischen Alters, sondern der Umständen und inneren Einstellung. Teenies, die Königreiche verwalten, im Gefängnis sitzen oder dem Druck ausgesetzt sind, einen Erben zu produzieren? DAS macht schnell erwachsen. Über solche Menschen/Wesen lese ich gerne, weil es da um Probleme geht, mit denen ich mich identifizieren kann.

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      • para68 schreibt:

        Ich kann Dir nur absolut zustimmen, würde mich aber freuen, ab und zu auch mal über Protagonisten zu lesen, die in ihren Fünfzigern sind. Aber selbst die „Forties“ sind ja selten vertreten, weil laut Verleger und Lektorin die Mehrzahl der Leser über ganz junge Menschen lesen möchte. Ich finde das nicht nur schade, sondern auch recht engstirnig und kann es nicht nachvollziehen – besonders wenn es sich dabei um Leser handelt, die selbst schon längst nicht mehr 35 sind.

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        >>Was ich allerdings nicht schaffe, ist, mich für den Liebeskummer und die Schulprobleme von 15jährigen zu interessieren, die davon ausgehen, dass sie ihre erste wahr große Liebe ehelichen müssen, sonst sind sie für den Rest ihres Lebens unglücklich. <>. Und wie du richtig meintest, ist reif weniger eine Frage des biologischen Alters, sondern der Umständen und inneren Einstellung. Teenies, die Königreiche verwalten, im Gefängnis sitzen oder dem Druck ausgesetzt sind, einen Erben zu produzieren? DAS macht schnell erwachsen. <<
        Jetzt hast du das, was ich meine, viel kürzer und schöner formuliert, als ich ❤
        Sowas finde ich auch immer sehr spannend. Da müssen junge Menschen über sich hinauswachsen bzw Aufgaben erfüllen, für die sie in der heutigen Gesellschaft als zu jung, zu schwach gelten (während es in ihrer Gesellschaft normal ist, jungen Menschen bereits so viel Verantwortung zu übergeben und Druck auszuüben – man wurde gerade im Mittelalter sehr schnell erwachsen. Sieht man auch in der Kunst – Kinder sind oft einfach als Miniaturerwachsene dargestellt…)

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