Liebster Blog Award

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Hanna Mandrello von Hannas Schreibblog hat mich für den Liebster Blog Award nominiert und damit in eine tiefe Krise gestürzt.
Bis jetzt war meine Haltung Blog Awards gegenüber ganz klar – ich nehme daran nicht teil. Nicht, weil ich sie nicht interessant finden würde, sondern aus Zeitgründen. Es geht viel Zeit fürs Beantworten der Fragen drauf, noch mehr, um sich selbst neue auszudenken, dann muss man noch neue Blogs nominieren… Zeit, die ich dafür nicht investieren will, weil mir diese Zeit woanders (beim Schreiben) fehlen würde. Der Tag hat nun mal nur 24 Stunden, und den Großteil davon verbringe ich notgedrungen mit Dingen, die nichts mit Schreiben zu tun haben. Deshalb ist mir meine Freizeit heilig, und ich überlege genau, was ich damit anstelle.
Also lehnte ich bis jetzt eine Teilnahme an diesen Awards ab. Ich freute mich über jede Nominierung und fühlte mich geehrt, aber ich hatte schlicht nie Zeit, mich mit den Fragen und Antworten auseinanderzusetzen.
Hannas Fragen waren allerdings so gestaltet, dass ich auf jede einzelne sofort eine Antwort parat hatte, und ich fand sie außerdem spannend – solche Fragen interessieren ja nicht nur den Fragensteller, sondern bringen auch den Befragten dazu, über sich nachzudenken.

Ich entschied mich, meine Prinzipien sausen zu lassen und zur Hälfte an diesem Blog Award teilzunehmen. Ich werde Hannas Fragen beantworten, allerdings selbst keine neuen stellen und keine Blogs nominieren (zumal bei Hannas Nominierungen schon einige dabei waren, die ich ebenfalls nominiert hätte).

Dann mal rein ins Vergnügen…

1. Eine Fee erscheint dir nachts im Traum und du darfst dir eine persönliche Fähigkeit wünschen, die du nach dem Aufwachen für immer haben wirst. Welche würdest du nehmen und was willst du damit anstellen?

Nur eine Fähigkeit? Fies.
Dann nehme ich Selbstdisziplin. Wenn ich den inneren Schweinehund öfter in die Schranken weisen könnte, würde ich mehr schaffen, egal ob es um Haushalt, Sport oder das Schreiben geht. Ich vertrödle zu viel Zeit mit unnötigen Dingen oder drücke mich um Aufgaben, die irgendwann ja doch erledigt gehören. Da kann Selbstdisziplin nur helfen.

2. Du sitzt früh morgens zusammen mit einem Mann in der U-Bahn, der genau das Buch liest, das du auch unbedingt lesen willst, aber noch nicht gekauft hast. Als er aussteigen will, steckt er es außen in seine Aktenmappe, verliert das Buch aber, weil er es nicht richtig in die Tasche gesteckt hat. Das Buch liegt vor dir auf dem Boden. Niemand anderes sieht es, auch der Mann nicht, der noch an der Tür steht und wartet, dass die U-Bahn hält. Was würdest du tun?
Das Buch aufheben und dem Mann zurückgeben. Und ihn fragen, wie er das Buch bis jetzt findet.

3. Jemand will dir etwas schenken. Du hast die Wahl zwischen einem Kindle und einem absolut noblem Edel-Füllfederhalter. Wofür würdest du dich entscheiden und warum?
Füllfeder. Kindle habe ich schon und kann ich mir zur Not selbst leisten, aber die Füllfedern, die mir gefallen, kosten ein paar hundert Euro. Außerdem macht sich das sicher gut bei Vertragsunterzeichnungen 😉

4. Stephen King bittet dich auf ein Abendessen zu sich und seiner Frau nachhause. Was ziehst du an, was nimmst du als Geschenk mit?
Auf gut Neudeutsch heißt mein Kleidungsstil wohl casual chic. Etwas, in dem ich mich wohlfühle, das mir genug Bewegungsfreiheit lässt und vom Essen bis zum Theaterbesuch alle Eventualitäten abgedeckt
Als Mitbringsel gibt es eine Flasche Kürbiskernöl, damit die Amerikaner endlich was Gesundes bekommen, und eine Flasche Schilcher, damit sichergestellt ist, dass ich dort etwas Gutes zu trinken bekomme.
Was ich noch mitnehme, aber nicht als Geschenk, ist meine Ausgabe von Stephen King On Writing, um es signieren zu lassen 😀

5. Wegen einer ansteckenden Krankheit, gegen die es noch kein Mittel gibt, wirst du vermutlich ein Jahr allein auf einer Insel verbringen. Du darfst nur eine kleine Sporttasche mit Dingen zu deinem Zeitvertreib mitnehmen. Es gibt auf der Insel weder Handynetz noch WLan. Was wäre in deiner Tasche und was planst du für die Zeit?
Ich gehe davon aus, dass es dort Strom gibt, also nehme ich meinen E-Reader mit, meinen Laptop, ein Sortiment an Zeichenutensilien und so viel Papier, wie in die Tasche passt. Wäre endlich die Gelegenheit, mich wieder an Bildern zu versuchen.

6. Dein Partner stellt dich vor die Wahl. Entweder er/sie oder das Schreiben. Wie reagierst du?
Mein Partner würde mich nie vor diese Wahl stellen, weil er weiß, wie wichtig mir Schreiben ist. Er will, dass ich glücklich bin, und ich bin nun mal glücklich, wenn ich schreibe. Dass ich deshalb oft wenig Zeit für ihn habe, nutzt er dazu, mir Karten fiktiver Welten und Hauspläne zu zeichnen 🙂

7. Du hast eine Kurzgeschichte geschrieben, die du unglaublich toll findest. Aber alle um dich herum finden sie ganz furchtbar. Ändert das deine Einstellung zu deiner Geschichte?
Vermutlich. Ich würde mich fragen, ob ich zu wenig Abstand habe, um zu erkennen, dass die Geschichte schrecklich ist. Ich würde sie ruhen lassen und nach ein paar Wochen wieder lesen. Wenn ich dann weiterhin der Meinung bin, dass sie gut ist, dann bleibt diese Meinung auch so. Ich hab oft einen merkwürdigen Geschmack, der sich von dem meiner Freunde unterscheidet.
Wenn ich erkenne, was die anderen mit „furchtbar“ meinten, dann kommt sie in die Katakomben der Archivs oder wird überarbeitet.
Ich würde aber auf jeden Fall darüber nachdenken, warum niemand meine Geschichte mag und warum ich sie so sehr mag.

8. Was gibt dir das Schreiben und/oder Bloggen?
Ich mach’s mir einfach und verlinke auf einen älteren Beitrag von mir, in dem ich Gründe auflistete, warum ich schreibe: 25 Gründe, warum ich schreibe
Das Bloggen fing ich deshalb an, um ein paar Freunde auf dem Laufenden zu halten, was das Schreiben angeht. Es macht mir Spaß, über meinen Prozess des Schreibens zu reflektieren, und ich habe auf diesem Weg einige tolle Autoren kennengelernt und freue mich über den Austausch an Gedanken.

9. Mit welchem zeitgenössischen Schriftsteller würdest du dich gern im Café treffen und mal ausgiebig über sein letztes Buch und seine Arbeit plaudern?
Brandon Sanderson, US-amerikanischer Fantasy-Autor. Ich bin fasziniert von seinem Werdegang (etwas anderes als Schriftsteller kam für ihn nie in Frage, und er hat seine gesamte Ausbildung darauf abgestimmt) und von seiner Fähigkeit, faszinierende fremdartige Welten und durchdachte Magiesysteme zu erschaffen. Gepaart mit authentischen Charakteren und einem wendungsreichen Plot ergibt das genau den Lesegenuss, den ich haben will. Ich hätte 1000 Fragen an ihn, was das Handwerk und seine Romane angeht.

10. Heute in fünf Jahren. Was hast du dann in Sachen Schreiben und Veröffentlichen erreicht?
Ich weiß es nicht. Ich mache keine Prognosen mehr, weil diese bis jetzt immer über den Haufen geworfen wurden.
Ich hoffe, dass ich in 5 Jahren einige Romane geschrieben habe, mit denen ich zufrieden bin. Veröffentlichungen wäre ein schönes Ziel, aber wichtiger ist mir, dass ich meine Geschichten mag (und das zu erreichen, kostet mich schon genug Mühe). Wenn sich ein Verlag findet, der der gleichen Meinung ist, fein, wenn nicht, dann gibt es andere Möglichkeiten, andere Menschen an meinen Büchern teilhaben zu lassen, in der Hoffnung, dass sie ihnen ein paar Stunden Unterhaltung bescheren.

Danke an Hanna für die interessanten Fragen!
Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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2 Antworten zu Liebster Blog Award

  1. Texthase Online schreibt:

    Hallo Jery,

    herzlichen Dank für die interessanten Einblicke in Dein Autorenleben! – Ups, dass ich in gewisser Weise dafür verantwortlich bin, dass Du an diesem Blogaward teilnehmen musstest! Denn ich hatte Hanna zum Blogaward vorgeschlagen! 😉

    Liebe Grüße

    Christiane (Texthase Online)

    Gefällt mir

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