Statusbericht November 2014

Der November wurde wie immer vom alljährlichen NaNo dominiert, den ich zum 5. Mal mitmachte (und gewann *self high five*). Nebensächlichkeiten wie Lesen, Fernsehen oder soziale Kontakte wurden auf das Mindestmaß reduziert. Daher ist die Liste der Aktivitäten kurz geraten:

Gelesen habe ich Pride & Prejudice. Besser spät als nie. Und ja, man kann ein Anglistik-Studium beenden, ohne einen einzigen Roman von Jane Austen gelesen zu haben 🙂 War ein klassischer Fall von „zu hohe Erwartungen“, weshalb es mich etwas „underwhelmed“ zurückließ. Ergänzend dazu gab es Flirting With Pride & Prejudice – New Perspectives on the Chick-lit Masterpiece, eine Sammlung von Essays zum Roman, die in der Mehrzahl erheiternd und informativ waren. Ich hätte gerne auf die modernen Varianten und Interpretationen im letzten Viertel verzichtet und dafür mehr über die historischen Hintergründe und Auswirkungen auf Frauenliteratur gelesen.

Gesehen habe ich dazu passend die jüngste Verfilmung von Stolz und Vorurteil mit Keira Knightley und Matthew Macfadyen von 2005. Ich mochte den Film, nur Mr. Darcy ließ zu wünschen übrig. Er war ganz nett, aber nicht charismatisch genug. Wie wir alle wissen, ist „nett“ kein Kompliment, das ein Mann hören will 😉 Das Setting war grandios, da möchte man sofort wieder durch die englischen Landschaft reisen und sich alte Herrenhäuser anschauen. Hätte gern mehr von Wickham gesehen, aber man kann nicht alles haben.

Gehört habe ich wesentlich mehr, weil ich im NaNo neues Futter für die Ohren brauchte. Dabei waren Chris Cornell, 2 weitere CDs von Jamie Cullum und Soundtracks zu X-Men – First Class, den beiden neuen Sherlock Holmes Filmen und Dracula. Letzterer ist mir noch von einigen Rollenspielabenteuern meiner Jugend in Erinnerung, wo er wirklich die Atmosphäre unterstützte, als die Abenteurer eine verlassene Stadt erkundeten und hinter jeder Ecke Gefahren und/oder Monster lauerten.

Highlights:

  • NaNo zum 5. Mal gewonnen
  • Andere Autoren im Zuge des NaNo (besser) kennengelernt
  • Keine Topfpflanze ist gestorben
  • Kein einziges Mal beim Zahnarzt gewesen
  • Kalender-Text geschrieben, ohne ein einziges Mal über die Aufgabe zu jammern (ich werde langsam erwachsen)
  • meinen Ex-Hund halbtot geschmust
  • Cola-Erdnuss-Muffins ohne Cola und Erdnüsse, was durch Schokolade und Kakao ersetzt wurde. Die waren so gut, dass unser Hund seine gesamte Erziehung vergaß und zwei davon vom Tisch klaute. Er war so schnell und so gründlich, dass wir nur mehr ein paar Krümel fanden, weil er das Papier gleich mitfraß.
  • Die Sonne genossen, den Nebel genossen, den Regen genossen. Da man das Wetter nicht ändern kann, kann man es nur genießen, egal was kommt. Bei Sonne waren wir auf Fototour, bei Nebel gab es Tee und Schreibsessions.

Lowlights:

  • Zu dämlich gewesen, um mitzukriegen, dass ich abends ohne Licht fuhr, bis mich die Feuerwehr aufhielt (zu meiner Verteidigung: Die Straße war hell erleuchtet, und es war nicht mein Auto, und es waren immerhin die Nebelscheinwerfer an)
  • Bewiesen, dass ich keine Selbstbeherrschung habe, weil ich die brav im NaNo abgegebene Spiele-CD wieder unerlaubterweise an mich nahm. Was lässt sie der Sklaventreiber auch offen auf seinem Schreibtisch rumliegen…
  • Die Hand geprellt, was mir nicht mal einen Tag Pause brachte 😦 Kommentar des Sklaventreibers: „Du kannst die Finger bewegen, also kannst du tippen. Die permanenten Schmerzensschreie stören mich nicht, ich mach einfach die Tür zu.“

Anbetrachts dieser nicht wirklich schlimmen Lowlights kann man sagen, dass ich einen guten Monat hatte. Meine Pflanzen auch 😉
SONY DSCIm Dezember freue ich mich auf unseren Kalender (diesmal sehr bunt), eine Woche Urlaub und den Doppelpack Geburtstag/Weihnachten, der meinen BEVA jedes Jahr in tiefste Verzweiflung stürzt, weil er so viele Geschenke an einem Tag anschleppen muss und neben Weihnachtsbaum besorgen und aufstellen auch noch einen Kuchen backen muss darf. Da muss er durch.

Meine Weihnachtshirsche bewachen bereits die Fenster, und der Rest des Hauses wurde ebenfalls dezent auf weihnachtlich getrimmt. Ich wünsche euch einen stressfreien Dezember, dass ihr in Weihnachtstimmung kommt und euch nicht von der Hektik vor diesem Fest anstecken lasst.

Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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15 Antworten zu Statusbericht November 2014

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Klingt nach einem rundum gelungenen November, bis auf einige wenige Flops.
    Ich wünsche dir einen schönen, produktiven Dezember :).
    (Und habe „Stolz und Vorurteil“ auch noch nicht gelesen, aber bald den Bachelor – vielleicht bleibt das auch so, ich kann mit dem Genre einfach nix anfangen…)

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  2. chickinwhite schreibt:

    Schick, da drückst du dich das ganze Studium hindurch vor Jane, um dann in einem einzigen Monat alle machbaren Varianten aufzuholen… *lacht* Auch so kann man Weltliteratur durchackern 😀 Aber wie immer gilt: besser spät als nie! Ich denk da immer an Schulzeiten, wo ich lesen musste was ich nicht mochte…und erst viel später entdeckte dass das Zeug gar nicht so übel war…;)
    Oha, die Highlights sind prima… aber deine low lights? Puuhh, da möchte man dir im Dunkeln besser nicht begegnen… *lacht* GsD war die Feuerwehr zur Stelle, sowas kann auch ganz schön übel werden!
    Und, sorry, da kriegt dein Göttergatte leider Punktabzug! Schmerzensschreie sind ja ganz nett, aber doch nicht bei den eigenen Lieben!! (da nickt sogar meine Muse empört)
    Gute Besserung!
    Mo

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    • Jery Schober schreibt:

      Ich hätt das mit den Scheinwerfern schon noch gemerkt, sobald ich auf die finstere Landstraße gekommen wäre (rede ich mir jetzt ein). Die Nebelscheinwerfer waren eh an. Die Jungs von der Feuerwehr (die wegen eines Unfalls die Straße sperrten) waren aber sehr nett und hielten mich gleich zweimal innerhalb von 5 m auf, während ich noch nach dem Schalter für die Scheinwerfer suchte… fremdes Auto und so. Kam gerade aus der Werkstatt und war noch damit beschäftigt, den Scheibenwischerhebel zu untersuchen (geht genau anders rum als bei meinem Auto).
      Mein BEVA kennt keine Gnade, wenn es um den NaNo geht. Er wollte um jeden Preis sein T-Shirt loswerden. Außerdem hab ich schon mit aufgeschnittenen Fingerkuppen geschrieben, und der Wespenstich in den Mittelfinger hat mich auch nicht aufgehalten. Zu seiner Ehrenrettung: Die erste Frage war „Soll ich dich ins Krankenhaus fahren?“ Erst nach dem positiven Bewegungstest („ja, ich kann die Finger bewegen, aber es tut weh!“) zückte er wieder die Peitsche.

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      • chickinwhite schreibt:

        LOL! Ich weiss ja nicht, was bei Euch im Kürbiskernland für rüde Lebensbedingungenn herrschen, aber unter uns zwei Steinböcken: wir sind hart im Nehmen. Das scheint dein Göttergatte auch zu wissen – und, wenn du mich fragst: irgendwie hat der nen Deal mit deiner Muse 😀 Von wegen Peitsche und Folter und Schmerzensschreie…
        Hm, aber das scheint er ja mit Muffins wett zu machen 🙂

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      • wiesenirja schreibt:

        Es bewegt sich, also kann es auch schreiben? ;->

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  3. para68 schreibt:

    Es ist ja im Großen und Ganzen ein sehr gelungener Monat für Dich gewesen. 🙂
    Nochmals Glückwunsch zum Erreichen des NaNo-Ziels. Außerdem freut es mich besonders, dass die Marathon-Zahnarzt-Tortur endlich vorbei zu sein scheint.

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    • Jery Schober schreibt:

      Die Tortor scheint wieder anzufangen, rechtzeitig vor dem langem Wochenende… hab mir Mittwoch Nachmittag schon mal vorsorglich freigeschaufelt für einen möglichen Zahnarztbesuch und meinen anderen Arzttermin um eine Woche verschoben. Langsam fühl ich mich ein wenig hypochondrig, weil ich dauernd irgendeinen Arzttermin habe. Der Körper wird mit steigendem Alter wartungsintensiver 😉

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      • para68 schreibt:

        Vielleicht ist es ja nur falscher Alarm. Das hoffe ich zumindest für Dich. Aber ich würde zur Sicherheit auch nachsehen lassen,bevor es eventuell doch noch schlimmer wird. Viel Glück!

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  4. Hanna M. schreibt:

    Den Statusbericht über deine Topfpflanzen finde ich doch sehr erheiternd. Ich habe nämlich auch keinen grünen Daumen und zur Verwunderung meiner Bekannten überleben ihre blumigen Geschenke selten einen Monat. Dabei gieße ich regelmäßig, kaufe den besten Dünger und rede sogar mit den Pflanzen (na ja, ich wünsche ihnen abends eine gute Nacht). Trotzdem sehen sie schon nach wenigen Tagen leicht kränklich aus und es geht beständig bergab … bis zum kläglichen Ende. Scheint aber so, dass ich nicht die Einzige mit dem Problem bin. 🙂

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    • Jery Schober schreibt:

      Ich bekam laufend Pflanzen mit dem Hinweis „absolut pflegeleicht“ geschenkt. Ergebnis: nach 1-6 Monaten tot. Seit Jahren verzichten die meisten darauf, mir Topfpflanzen zu schenken, weil mich das nur deprimiert. Einzig mein alter Philodendron gedeiht seit über 15 Jahren und hat jeden Umzug mitgemacht.
      Draußen habe ich immerhin eine 50:50 Chance, dass die Pflanze überlebt. Wenn sie erst mal in der freien Natur angewachsen ist, bringe ich sie sogar zum Blühen, aber indoors… ich habe eher einen schwarzen Daumen.

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      • wiesenirja schreibt:

        Was macht ihr bloß?! Das ist ja furchtbar! – Zu wenig Licht? Zu viel Heizung? Oder übergießen? (Naja, ist ja nicht so, dass mir nicht auch mal was über den Jordan geht. Aber da muss ich schon fast willentlich vertrocknen lassen o. ä.)

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        • Jery Schober schreibt:

          Ich schwöre, ich mach das nicht mit Absicht! Sie stehen im Wintergarten mit genug Licht, bekommen regelmäßig Wasser, stehen aber nicht darin, ich dünge sogar, und trotzdem… vielleicht sollte ich auch anfangen, mit den Pflanzen zu reden?

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          • wiesenirja schreibt:

            Musik, manche mögen Musik. (Übrigens wissenschaftlich nachgewiesen. In echt.) – Frage ist nur: welche …
            Ansonsten stehe ich perplex vor diesem Phänomen.

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