NaNo 2014: Zwischenbericht

Die ersten zehn Tage im November sind vorbei, damit auch das erste Drittel des NaNo. Wer es wirklich noch nicht kennt: In 30 Tagen sollen 50.000 Wörter geschrieben werden.

Ich hab mir den Spaß erlaubt, eine persönliche Statistik zu führen:

Geschriebene Wörter: 22.577
Noch zu schreibende Wörter: 27.423
Projekte: 3 (don’t ask)
Tage, die im NaNo vergangen sind: 10
Tage, an denen ich geschrieben habe: 9
Momente, in denen ich die Muse erwürgen wollte: 3
Momente, in denen ich der Muse gratulieren musste: 2
Momente, in denen ich beim Schreiben laut lachen musste: 1
Momente, in denen mir beim Schreiben die Tränen kamen: 1
Motivationsmuffins: 12
davon gegessen: 9 (bin ja kein Unmensch, auch der Muffinbäcker kriegt was ab)
Einsatz der Nerf-Gun: 1 (zeigen reichte)
Abfeuern der Nerf-Gun: 0
Einsatz der Wasserspritze: 0 (das ist sooo retro, jetzt werden Autoren beschossen)

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Heuer nehme ich zum 5. Mal teil und habe das erste Mal writing buddies. Das ist eine neue – und sehr positive – Erfahrung. Es ist immer jemand zum Ausheulen da, man kann gemeinsam über wahnsinnige Musen jammern und lernt die Schreibkumpel besser kennen. Und trifft sogar Menschen aus der Steiermark! *winkt*

Zum ersten Mal seit meiner Teilnahme am NaNo hatte ich heuer einen guten Start und schrieb gleich am 1. Tag des NaNo 4,5k. Bis jetzt war ich es gewöhnt, dass ich am 1.11. auf der verzweifelten Suche nach meinem Plot bin, den ich diesmal schon hatte.

Natürlich schrieb ich nicht für das neue Projekt, das wunderbar durchgeplottet war. Wen wundert das? Niemanden? Mich auch nicht.

*pst* Diesmal legte ich die Muse rein. Da ich damit rechnete, dass sie wie üblich nicht das schreiben wollte, was ich geplant hatte, hatte ich ein 2. Projekt in petto, von dem ich aber so tat, als wäre ich nicht wirklich daran interessiert. Mit dem Ergebnis, dass die Muse sich auf Projekt 2 stürzte (was mir nur Recht ist, Stein und Stahl sollte im Frühjahr endlich fertig sein) und Nr. 1 ignorierte.
Auf Nachfrage gab sie zu, dass es bei der zeitgenössischen Liebesgeschichte noch ein gewaltiges Plotproblem gibt und sie deshalb nicht ran will. Ich opferte 1 1/2 Stunden Schreibzeit, um dieses Problem zu lösen – wenn der Subplot nicht funktioniert, dann streiche ihn ersatzlos und modifiziere den Hauptplot, bis er auch ohne Subplot Sinn ergibt.
Danach war die Muse so gnädig, mir eine Szene des neuen Projekts zu gönnen, ehe sie wieder zu Stahl schwenkte, und dort ist sie eifrig bemüht, die Lücken im Plot durch Szenen aufzufüllen.

Ich hab jetzt also eine Muse, die nicht an dem schreibt, was ich geplant hatte, dafür an dem Roman arbeitet, der längst überfällig ist, und fühle mich zum ersten Mal wie der Sieger in diesem ständigen Kampf.
Und warte auf den Gegenschlag. Ich sehe schon den Titel des nächsten Blogeintrages vor mir: „Die Rache der Muse“.

Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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20 Antworten zu NaNo 2014: Zwischenbericht

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Hach, schade, dass ich dieses Jahr nicht dabei bin… die Gespräche fehlen mir irgendwie, die wir immer in der Cabin hatten beim Camp.

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  2. Martina Riemer schreibt:

    haha – deine Statistik ist toll und vielleicht sollte ich mir auch Muffins holen.. ich greif normalerweise liebe zu Soletti oder nem Glas Wein *hihi*
    Aber ja, zum Weinen war mir auch schon – aber hey, du bist ja schon total weit!! Ich habe erst 12.— Wörter und es zieht sich gerade mächtig. Fürchte, dass es heuer nichts wird, aber muss auch nicht sein. Hätte mich zwar gefreut, aber naja… shit happens 😀

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    • Jery Schober schreibt:

      Macht doch nichts, wenn es sich mit den 50k im November nicht ausgeht. Man will schließlich auch noch ein Leben haben 🙂 Ich finde es wichtiger, dass man Spaß dabei hat und regelmäßig schreibt, als wenn man nur auf den Wordcount schielt. Dann summiert sich das irgendwann zu einem Roman, und dafür sind 50k ohnehin zu wenig (außer bei Kinderbüchern), also muss man im Dezemeber ohnehin munter weiterwerkeln.
      Wein und Muffins schließen sich nicht aus, ich hatte am Montag, dem schreibfreien Tag, beides 😉

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  3. para68 schreibt:

    Ich frage trotzdem: welches ist das dritte Projekt, an dem Du schreibst? Mit Stahl und Vienna Calling bin ich mit der Zählung erst bei zwei angekommen.
    Wenn Du Deine Muse bisher nur an einem Drittel der Schreibtage erwürgen wolltest, ist alles im grünen Bereich. 🙂

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    • Jery Schober schreibt:

      Es war einmal im Februar, da ließ ich mich zu einer Belohnung für eine fleißige Autorin überreden, für deren Ablieferung ich bis Ende 2014 Zeit habe… 😉 Zugegeben, es kam überraschend, die Muse hat mich kalt erwischt, und ich hatte nicht mal die Chance auf einen Protest. Es war auch nicht die Szene, die ich mir vorgestellt hatte, sondern etwas komplett anderes, aber sie ging flott voran. Mal schauen, wann ich sie zu Ende schreibe.

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      • para68 schreibt:

        Wenn es das ist, was ich jetzt vermute, bin ich schon SEHR gespannt auf das Ergebnis und hoffe, dass ich es spätestens nächstes Jahr zu lesen bekomme! 🙂

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        • Jery Schober schreibt:

          Ich bin auch gespannt auf Ergebnis, und ich sag’s gleich: Die Muse ist an allem Schuld. Alle Beschwerden bitte an sie richten. Ich hatte für meine Idee sogar einen rudimentären Plot, und dann kam sie, warf alles um und steigerte sich da richtig rein. Sofern die Post mitspielt, wirst Du es noch heuer bekommen, meine Deadline war ja der 31.12.2014 🙂

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          • para68 schreibt:

            Oh, jetzt bist Du in Deine eigene Falle getappt! Die Deadline merke ich mir (ist ja auch einfach). 🙂
            Ich mag Deine Muse und bin schon unheimlich neugierig, was sie sich ausgedacht hat.

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          • Jery Schober schreibt:

            Das war keine Falle, das war so ausgemacht 🙂 Ich bin jetzt mal neugierig, wie und wo das Ganze endet, der Schluss fehlt noch. Zum Glück vereinbarten wir keinen Wordcount, also komme ich mit was Kurzem davon. Was die Muse halt so unter kurz versteht, wenn es um Zwischenmenschliches geht…

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          • para68 schreibt:

            Oh toll! Das heißt, es sind mindestens 50k. 😛

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          • Jery Schober schreibt:

            *prust* Da kennt aber jemand meine Muse… Streich eine Null weg. Es werden sicher unter 5k sein.
            Ok, streich das „sicher“. Vermutlich. Die Muse würde jetzt nämlich gern 2 Szenen draus machen *stöhn*

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  4. chickinwhite schreibt:

    Haha!! Du hast es echt raus mittlerweile wie du deine Muse behandeln musst! Den Trick mit dem „ach, da wär noch so´n anderes Projekt, aber das ist so völlig gar nicht wichtig und eigentlich will ich´s auch gar nicht erst …“ ist schlichtweg genial! 😉
    Wobei ich gerne zugebe, dass im Kampf mit der Muse schier alles erlaubt ist: lügen und betrügen und hintergehen und locken und verführen… Je nachdem, was gerade gebraucht wird. Der Trick ist wohl wirklich, zu erkennen WAS gerade gebraucht wird.
    Nun gut, ich übe ja noch 🙂
    Meine hat sich übrigens in der Nacht ein Herz gefasst und der zynischen Zecke von Kritiker ordentlich auf die Rübe gehaun. Schien einigermaßen zu funtionieren, danke für den Tipp!!

    (Hmm… und auch ich lande beim Zählen nur bei zwei Projekten… *wundert sich…*)
    Na dann: Weiterhin frohes Schreiben!! 😀

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    • Jery Schober schreibt:

      Nach Jahren mit der Muse kenne ich sie besser, als sie glaubt, und weiß, mit welchen fiesen Tricks ich arbeiten muss *hehe*
      Ja, hau dem Kritiker eins rein, der muss mundtot gemacht werden! Nimm dir ein Beispiel an meinem, der sich am 1.11. brav in sein Weinfass verkrümelt und dort den ganzen Monat pennt. Was dazu führte, dass ich in einem Absatz 3 Mal Variationen von „entspannen“ schrieb und es mir völlig egal war. Es schreibt sich sehr befreit ohne die fiese Stimme im Ohr. Hat auch ein paar Jahre gedauert, ihn im NaNo in den Keller zu verbannen. Seit er draufgekommen ist, dass er dort dann Party mit den Jungs machen kann, geht er viel lieber dorthin. In der Phase der Überarbeitung darf er wieder aus dem Fass raus und Kommentare abgeben. Und wird mich mit Sicherheit fragen, warum ich einen Elfen auf den Naschmarkt einkaufen schickte…

      Projekt Nr. 3 war nicht geplant, und sollte das die ganze Rache der Muse gewesen sein, bin ich gut ausgestiegen 🙂 Ist eine Kurzgeschichte, die Einlösung einer Art „Wettschuld“ und, wenn ich so recht überlege, meine erste Fanfiction, die ich je geschrieben habe. (Wenn man die unvollendeten Star Wars Stories, die ich mit 14 schrieb, mal außer acht lässt.)

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      • chickinwhite schreibt:

        Heyhoh!! HighFive für die fanfiction… 😉

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        • Jery Schober schreibt:

          Für ein Buch, das erst nächstes Jahr erscheint… 😉

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          • chickinwhite schreibt:

            LOL!! 😀
            jetzt sag aber nicht du schreibst schon die erste Fanfic zu deinem eigenen Roman Stahl?? (Was zugegebenermaßen eine sehr geniale Marketingstrategie wäre….) *lacht*

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          • Jery Schober schreibt:

            Kann man überhaupt zu seiner eigenen Kreation Fanfiction schreiben? Geht nicht nur bei anderen? Hab heute nicht mehr genug Hirnkapazität frei für solche philosophischen Diskussionen…
            Wobei ich mich unglaublich geschmeichelt fühlen würde, wenn irgendjemand irgendwann zu einem meiner Werke Fanfiction schreibt. Um einen Autor zu zitieren, dessen Namen ich leider nicht mehr weiß: I live for the day my characters are slashed 😉
            Vorher brauche ich aber ein fertiges Buch, sonst komme ich nicht mal in die Nähe dieses Ziels, also wieder ab an die Tasten.

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