Camp NaNo Juli 2014 – Der kalte Stahl in meinem Nacken

Dialog zwischen meiner besseren Hälfte und mir:
„Du wärst eine hervorragende Agentin.“
„Wieso? Wir wissen alle, dass ich ganz schlecht im Lügen bin.“
„Du redest erst, wenn du den kalten Stahl der Pistole in deinem Nacken spürst.“
„Hä?“
„Es ist jeden NaNo das Gleiche – wenn es dem Ende zugeht, die Zielline näher rückt und du den Druck der Deadline spürst, hängst du dich rein und schreibst wie eine Besessene.“

Noch vier Tage, und das NaNo Camp ist vorbei. Mir fehlen noch 8k, um mein Ziel zu erreichen. Ich sollte eigentlich keine Blogbeiträge schreiben, sondern Geschichten. Ich sehe immerhin ein Licht am Ende des Schreibtunnels, und darauf schreibe ich jetzt mit aller Macht hin.

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Was ich dieses Mal gelernt habe:

Die Muse macht immer, was sie will. Ich kann ihr drohen, sie bestechen, mit der Peitsche anrücken oder ihr Muffins hinstellen – alles egal. Am Ende wird gemacht, was sie sagt. Wieso mache ich mir überhaupt die Mühe, mich auf eine Diskussion einzulassen?

Dieses Mal starteten wir mit Stahl, gerieten in eine Sackgasse (I suck at fight scenes), fingen eine contemporary romance an (Leo, der Kellner, gab keine Ruhe, bis ich nicht angefangen hatte, ihn zu schreiben), machten bei Frost weiter und landeten schließlich wieder bei Stahl, wo wir uns aus der Sackgasse befreiten. Auch Kampfszenen haben einen emotionalen Kern, und sobald ich den gefunden hatte, klappte auch der Rest.

Jetzt muss ich mich noch mal richtig reinhängen, um das aufzuholen, was ich zu Beginn des NaNo durch äußere Umstände wie Dayjob, Gartenarbeit und Besuch und simple Faulheit verbummelt habe. Unmöglich gibt’s nicht, manchmal dauern Wunder nur etwas länger. Lest mal Die Brautprinzessin, dann wisst ihr, was ich meine 🙂

Um hier wenigstens einen Satz des Tages zu posten, mit dem ich euch letzten November täglich quälte, zwei Ausschnitte:
aus Stein und Stahl:
Kris beobachtete mit einer Mischung aus Faszination und Mitleid ein Schauspiel, das er noch nie erlebt hatte: Tirranar erbleichte.

aus Frost und Feuer (Tirranar unterhält sich mit einer Freundin, wie schwer es ist, auf einen Teenager aufzupassen):
“Ich kann ihn nicht den ganzen Tag einsperren.”
“Wäre ihm gegenüber nicht fair. Er muss auch mal ans Tageslicht und andere Leute kennenlernen.”
“Nein, ich meine es ernst. Ich hab’s versucht, aber er knackt jedes Schloss.”

Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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7 Antworten zu Camp NaNo Juli 2014 – Der kalte Stahl in meinem Nacken

  1. para68 schreibt:

    Hey, sieht doch gar nicht so schlecht aus! Am besten gefällt mir, dass Du wieder zu „Stahl“ umgeschwenkt bist. Schließlich möchte ich das Manuskript möglichst noch dieses Jahr lesen. Also go, Muse, go!! 🙂

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  2. udo75 schreibt:

    @Frost und Feuer:
    Mit diesem Problem, so hoffe ich, wird nicht nur Tir zu kämpfen haben *g*
    PS: ich mag Ber – woran das wohl liegt ?

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  3. wiesenirja schreibt:

    Den Tipp mit den Kampfszenen muss ich mir merken. Mit denen … kämpfe ich auch immer!

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    • Jery Schober schreibt:

      Seitdem ich mir immer bewusst mache, dass auch eine Action-Szene oder eben ein Kampf von Emotionen getragen wird, ist es einfacher, sie zu strukturieren und unterhaltsam zu gestalten. Früher war ich fixiert auf „wer steht wo und kämpft mit was in welcher Art“, jetzt ist mir wichtiger, was der POV-Charakter denkt und fühlt und schreibe v.a. in Kampfszenen mit einer Art „Tunnelblick“, wo das gesamte Geschehen nur aus einem Blickwinkel geschildert wird, der davon abhängt, womit der Charakter grad zu tun hat und was für ihn (neben Überleben) das Wichtigste ist.

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