Statusbericht Juni 2014

Der Juni sah eine reichhaltige Ausbeute bei Ribiseln und eine äußert geringe bei in den Laptop geklopften Wörtern.

Gelesen habe ich u.a. einen Schreibratgeber von James Scott Bell, einen historischen Liebesroman und jetzt stecke ich mitten in einer gay romance, die durch solche Unglaubwürdigkeit glänzt, dass es schon wieder Spaß macht, und ich weiterlesen muss, weil ich wissen will, welche Unglaublichkeiten noch auf mich warten.

Gehört habe John Hiatt und Dire Straits, entdeckt in der hauseigenen CD-Sammlung, wo seit meiner Alphabetisch-Reihen-Aktion Metallica neben Reinhard Mey steht. Ja, meine bessere Hälfte hat einen seeehr breit gefächerten Musikgeschmack 😉

Gesehen habe ich wieder etwas TV, weil einige Castle-Folgen liefen, die ich noch nicht kannte. Seit ich Nathan Fillion 2006 die Treue geschworen habe, schaue ich mir uneingeschränkt alles mit ihm an, und warte sehnsüchtig darauf, dass Much Ado About Nothing auf einen Preis sinkt, wo ich mir die Blu-ray guten Gewissens leisten kann.

Ich habe mit Birds of Prey angefangen, deren Prämisse von weiblichen Superhelden ebenso schnell verpufft wie ein Tropfen auf einem Stein in der Kleinen Karoo im Dezember. Bis jetzt ist es langweilig, vorhersehbar und erschreckend unwitzig. Einziger Lichtblick ist Alfred, der anscheinend in jeder Inkarnation von Gotham City die besten Dialogzeilen hat. Oh, und Oracle hat schöne rote Haare, und wenn dies das beste ist, was ich über einen HC sagen kann, ist die Serie in deep trouble.

Leistete mir Henry V. von Branagh auf DVD. Wenn ich jetzt noch die Filmmusik irgendwo zu einem guten Preis herkriege…
Warte sehnsüchtig auf eine eingedeutschte Fassung von Hollow Crown, Shakespeare-Neuverfilmungen der BBC, weil die DVDs dann erfahrungsgemäß billiger werden. Tom Hiddleston als Henry V ist eine Offenbarung. Seine Rede über Grausamkeiten, die er den Stadtbewohnern antun wird, wenn sie sich nicht ergeben – so, verehrtes Publikum, spricht man Shakespeares Dialoge, und die Gänsehaut auf meinen Armen zog sich bis in den Nacken. Allein für die Diktion gebührt ihm größtes Lob, von der Intensität und Glaubwürdigkeit mal nicht zu reden.

Die Überarbeitung von Echo 1 schreitet zäh voran. Ich bin dabei, alle Charaktere auf ihre Sinnhaftigkeit und ihren Beitrag zum Plot abzuklopfen und mir anzuschauen, welche Versprechen ich dem Leser bezüglich Figuren, Gegenständen und Hinweisen gab, die ich nicht einhielt. Anscheinend bin ich Spezialist dafür, große Ereignisse anzudeuten, die dann nie eintreffen.

Highlights des Monats Juni:

  • Ich fand Zeit zum entspannten Lesen (keine Selbstverständlichkeit).
  • Die Bio-Tomaten-Raritäten wachsen in den Himmel und versprechen reiche Ernte.
  • Ein Tag am See. Tiefenentspannung bis in die Haarspitzen.
  • Mein nächster Blog nimmt Gestalt an und wird bald öffentlich.
  • Einen Artikel für ein E-Zine geschrieben (dazu bald mehr).
  • Nur ein einziger Zahnarztbesuch 🙂

Lowlights des Monats Juni:

  • Festzustellen, dass ich alleine keinen logischen Plot auf die Beine stellen kann.
  • Festzustellen, dass ich auch keinen Plot schreiben kann, den sich jemand anders für mich ausgedacht hat.
  • Die Erkenntnis, dass ich weder alleine noch mit Hilfe plotten kann und daher dieses Hobby aufgeben sollte. Was meine Sturheit nicht zulässt.
  • Ich fand eine Hornissen-Königin tot unter meinem Schreibtisch, die sich die Tage vorher angeschickt hatte, auf unserem Balkon ein Nest zu bauen. Verdammt, wieder nichts mit einem wespen- und gelsenfreien Sommer. (Wer es noch nicht mitgekriegt hat: Hornissen sind unsere Freunde. Ich liebe Hornissen. Sie bauten 2 Mal ein Nest bei uns am Haus. Die besten Sommer überhaupt, weil uns weder Wespen noch Gelsen nervten.)
  • Meine Erbsen wurden erneut vernichtet. Damit führt die Wühlmaus heuer 40:0. Die Radieschenernte besteht aus 10 Stück. 2 davon sind mit freiem Auge als Radieschen erkennbar.

Auf in den Juli, wo mich zum ersten Mal ein Camp NaNo erwartet. Mal schauen, ob ich es schaffe, trotz Gartenarbeit, Baden (hoffentlich!) und Sommer genießen zum Schreiben zu kommen.

Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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10 Antworten zu Statusbericht Juni 2014

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Das klingt nach einem sehr turbulenten Monat! 😀
    Das mit dem „große Ereignisse ankündigen und dann nichts passieren lassen“ habe ich auch drauf und wurde mir von meinem strengsten und treuesten Betaleser bei „MV“ auch angekreidet. Und außerdem großspurig geheimnisvolle Geheimnisse andeuten, die sich als banal erweisen…
    Immerhin kommst du dazu, nach deinem Geschmack zu lesen :).
    Viel Erfolg beim Camp!

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    • Jery Schober schreibt:

      Oh, das mit den „geheimnisvollen Geheimnissen“ kenne ich nur zu gut… ich hab meine immer gegen Ende des Buches vergessen aufzudecken, weil sie so banal waren.
      Meine momentane Spezialität: Charaktere so groß einzuführen, als wären sie superwichtige Pro- oder Antagonisten, die dann nach 2-5 Kapitel völlig aus dem Buch verschwinden.

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  2. udo75 schreibt:

    … und nicht zu vergessen ein Bügelmarathon und einige Folge M.A.S.H. gesehen, das ist immer ein Höhepunkt.
    P.S. Nano kann kommen „I’m prepared“ 😉

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    • Jery Schober schreibt:

      Richtig, M.A.S.H. hatte ich vergessen. Bügelmarathon kann ich nicht wirklich als Leistung aufnehmen, dass ist fader Alltag.
      Und über deine Vorbereitung für das Camp sollten wir noch mal reden, das Zeug tut weh!

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  3. para68 schreibt:

    Ich finde, die beste Nachricht ist, dass Du Dich entschlossen hast, an NaNo teilzunehmen. Das freut mich, und es macht Deiner Muse hoffentlich Beine. 🙂

    Weißt Du denn schon, welches Schreibprojekt Du in Angriff nehmen wirst? Heute fällt schließlich der Startschuss. Viel Erfolg!

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