Der Pakt

Was macht ein Autor, wenn er gerne einen Roman schreiben würde, ihm aber die Motivation fehlt, es ernsthaft anzugehen? Er sucht sich Mitstreiter.
Was macht eine Autorin, wenn sie zwei Romane in der Rohfassung fertig hat und dazu noch zwei halbe, aber keinen einzigen, der reif ist, auf die Menschheit losgelassen zu werden? Sie sucht sich Mitstreiter.
So geschehen bei meinem ehemaligen Co-Autor und mir.
Echo 1 basiert auf einer Grundidee eines Freundes, der gerne einmal in seinem Leben ein Buch geschrieben haben möchte, aber immer behauptete, ihm fehle das Talent dazu.
Enter me. Ich schreibe oft und gerne, habe aber so meine Probleme mit dem Plotten. Plotten ist kein Problem für besagten Freund, der genug Rollenspielabenteuer geschrieben und geleitet hat, um mit Plotwendungen, Überraschungen und Sackgassen umgehen zu können. Und mit zickigen Charakteren und/oder Spielern 😉

Also beschlossen wir, ein Buch zusammen zu schreiben.
Gutes Vorhaben, schlechte Ausführung.
Im Laufe der Monate kam ich drauf, dass ich zu sehr control freak bin, um mir von jemand anderem sagen zu lassen, was ich wie zu schreiben habe. Schlimmer noch, ich komme nicht mit Charakteren zurecht, die ich mir nicht selbst ausgedacht habe.
Nach drei Jahren und viel Frust auf beiden Seiten ist Echo 1 zu Ende geschrieben. Eine Rohfassung, die von mir eindeutig nicht liebevoll „das Monster“ genannt wird, weil viel zu lang, verschwurbelt und an etlichen Stellen schlichtweg desaströs. Der Ex-Co-Autor hat die erste Hälfte davon gelesen, den Rest habe ich bis heute nicht freigegeben, nicht, solange ich da nicht mit der Axt durchgegangen bin. Er sah ein, dass er, wenn er je ein Buch schreiben möchte, die ganze Arbeit selbst tun muss, weil ich als Ghostwriter ausfalle. So leid mir das auch tut.

Also fasste er den Entschluss, einen Roman zu schreiben. Um sich selbst zu motivieren und im Gegenzug mich endlich dazu zu bringen, Echo 1 fertigzustellen, schlossen wir einen *trommelwirbel* Pakt.
der Pakt 001
Ziel ist es, innerhalb eines Jahres einen fertigen Roman an 5 Agenten bzw. Verlage unserer Wahl zu schicken. Stichtag ist der 1. Mai 2015. Als Roman haben wir eine Geschichte mit mindestens 75.000 Wörtern definiert, Genre egal. Alle Verlage sind erlaubt, solange es keine Druckkostenzuschussverlage sind oder die Besitzer in einem verwandschaftlichen Verhältnis zu uns stehen.
Wenn wir es nicht schaffen, ein Buch fertigzustellen, besteht die Möglichkeit zu pokern und ein unfertiges Buch zu präsentieren. Kann gut gehen, weil Verlage manchmal ewig und drei Tage zum Antworten brauchen, oder auch nicht, wenn sie drei Tage später (ohne das „ewig“) das komplette Manuskript haben wollen.

Der Haken (natürlich gibt es einen Haken): Bei Versagen, sprich, wenn wir keinen Verlag anschreiben, ist eine Strafe fällig.
Wie diese aussehen soll, war Gegenstand ausführlicher Diskussionen. Merkwürdigerweise drehten sich die besten Ideen um Körperbehaarung 🙂
Mein Vorschlag, mein Freund solle sich eines Ganzkörper-Waxing unterziehen, wurde rundweg abgelehnt (angeblich wegen der hohen Kosten…). Der Gegenvorschlag, ich solle mir die Haare auf 3 cm Länge abschneiden, wurde von mir und meinem Mann mit einem strikten Veto bedacht („no fucking way“).
Wir einigten uns darauf, dass sich mein ehemaliger Co-Autor im Falle der Niederlage 6 Monate lang täglich rasieren muss. Für einen Mann, der seit Jahren mit Vollbart rumrennt, eine grausame Strafe.
Ich muss ihm bei Nichteinhaltung des Pakts alles zu lesen geben, was von Echo 1 und 2 existiert. Er hat Zweifel daran, dass das für mich wirklich eine Strafe ist, aber es stimmt – ich hasse es, wenn jemand etwas von mir liest, das aus gutem Grund nicht freigegeben wurde. Ich bin schon ein nervliches Wrack, wenn meine Betaleser meine Erstfassungen bekommen. Wenn diese Erstfassungen Szenen enthalten, die nie niemals nicht für andere Augen als meine bestimmt waren, dann gibt es auf der Welt nicht genug Baldrian, um mich ruhig zu stellen. Scham, Panik, Angst und nochmal Scham vereinen sich zu einer seeeehr unentspannten, knallroten Jery. Und das wollen wir nicht. Also, ich zumindest nicht.
Der Notarius meiner Wahl (sprich, der Mann mit dem Grafiktalent) setzte die schriftliche Form auf, und ich konnte endlich mal wieder mein Siegel ausgraben.

der Pakt 002
Jetzt ist es offiziell. Kein Weg mehr zurück. Bis 1. Mai 2015 muss ich einen Roman versendet haben. Welchen, spielt für den Pakt keine Rolle, ich kann also wählen zwischen Echo 1 oder Stein und Stahl. Oder einer ganz neuen Sache (sagte sie mit nervösem Blick auf die Muse, die seit Wochen an was Neuem bastelt).

Wenn’s hilft, andere Autoren zu motivieren, mache ich gerne bei so was mit. Es kommt ja auch mir zugute. Ein wenig Druck schadet nicht, schließlich habe ich in 4 NaNos bewiesen, dass ich unter Druck schreiben kann. Allerdings war mir da die Qualität egal, da ging es nur darum, es niederzuschreiben.
Am Ende sollte schon ein gutes Buch rauskommen. Aber das beurteilt ohnehin jeder anders. Wenn ich mit dem Endergebnis zufrieden bin, nun, dann bin ich auch zufrieden mit diesem Pakt.

An meinen Neo-Autoren-Freund: Ich warte auf den lange versprochenen Prolog… Oder soll ich dir schon mal einen neuen Rasierer schenken? 😉

Jery

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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12 Antworten zu Der Pakt

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Ich bin auch keine gute Ghostwriterin für die Ideen anderer – was mir aber aufgefallen ist, als ich mit einigen Freunden angefangen habe, Charakterinterviews zu machen (im RPG-Stil, jeder nimmt eine Romanfigur von sich in die Hand, man legt einen Startort fest und das Abenteuer kann beginnen), haben sich unsere Ideen verselbstständigt und ich habe mittlerweile nicht nur mit von anderen ersonnenen Figuren geplayed sondern sogar ziemlich lyrische „Fanfiction“ aus der Sicht dieser Leute geschrieben o.O, wir sind nämlich irgendwann übers Ziel hinausgeschossen und mussten dann die Nachkommen unserer liierten Romanfiguren erfinden, extra für die Interviews *rofl*…
    Aber verrate mir dein Geheimnis, wie du jemanden zum Co-Autorisieren gebracht hast, ich möchte seit Jaahren meinen Freund überreden, mit mir einen Roman zu schreiben. Er will nur immer nicht 😦

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    • jery22 schreibt:

      Wenn es funktioniert, über andere Charaktere als die selbst erdachten zu schreiben, finde ich das wundervoll. Ich lese wahnsinnig gerne Fanfiction, hab aber selbst nie welche geschrieben. Vermutlich, weil ich mich dann zu sehr an ein Konzept halten müsste, das nicht von mir ist.
      Charakterinterviews hab ich noch nie gemacht, hört sich spaßig an. Nachkommen? Na, ihr denkt aber weit voraus… 😉

      Das mit dem Co-Autor sein lief eigentlich umgekehrt, ich wurde als Haupt-Autor verpflichtet – besagter Freund hatte die Idee für ein Buch, behauptete aber, kein Talent zum Schreiben zu haben. Ich hatte jahrelange Schreiberfahrung, aber immer Probleme mit Plotten und den äußeren Ereignissen, weil ich mehr am Innenleben der Charaktere interessiert war. Also wurde die Idee geboren, dass dieser Freund den Plot liefert und ich danach schreibe. So einfach funktionierte es natürlich nicht, und in den letzten 3 Jahren frustrierten wir uns oft genug gegenseitig, aber wahre Freundschaft hält so was aus 🙂
      Mittlerweile ist er „nur“ Betaleser und hat beschlossen, doch selbst ein Buch zu schreiben, weil es mit mir ja nicht geht. Ich freue mich über seine Entscheidung, bin aber auch ein wenig geknickt, weil ich immer davon träumte, einen Plotter als Co-Autor zu haben. Ist übrigens die einzig gute Sache, die ich über meinen Ex sagen kann: Auf der kreativen Ebene harmonierten wir gut und haben einige Geschichten zusammen geschrieben, die mir auch jetzt, nach vielen Jahren, noch immer gut gefallen.
      Mein Mann hat keinerlei Ambitionen, ein Buch zu schreiben. Wenn das bei deinem Freund auch so ist, dann nützen alle Vorschläge nichts. Falls er selbst schreibt, dann ist es eigentlich nur eine Frage der richtigen Geschichte. Bei einer guten Idee, die euch beide gleichermaßen interessiert, läuft eine Zusammenarbeit meiner Erfahrung nach oft super, v.a. wenn sich die beiden Autoren ergänzen und im Stil ähneln. Mit meinem Ex klappte es so, dass er die Grundidee hatte und sich die Charaktere ausdachte, ich die Twists lieferte und seine Superhelden auf Normalmaß stutzte, und geschrieben wurde abwechselnd, nachdem wir den Plot zusammen festgelegt hatten.
      Jetzt schreibe ich alles alleine, habe aber einen Mann an meiner Seite, der mich bedingungslos unterstützt, gnadenlos jeden Logikfehler aufspürt (selbst die, von denen ich nicht mal ahnte, dass es unlogisch sein könnte), mich auch mal an den Schreibtisch jagt und gelernt hat, mit meiner Muse umzugehen. Oft besser als ich 😉 Er fragt nicht mehr, warum ich einen Plotpoint unbedingt im Buch haben will, sondern sucht einfach nach einem Weg, ihn plausibel zu machen. Manchmal ist er sogar Co-Autor, auch wenn er sich gegen diese Bezeichnung wehrt – der gesamte Ablauf des Einbruchs in Echo 1 war seine Idee. Und er zeichnet außerdem Städte, Gebäude und Landkarten. Den geb ich nimmer her 🙂
      Wie ich ihn dazu gebracht habe, mir zu helfen? Schreiben macht mich glücklich, und er tut alles, damit ich glücklich bin. Also hilft er mir dabei, wann immer er helfen kann.

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      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Meine ersten Gehversuche in Sachen Schreiben (oder zumindest die ersten, die ich wirklich lange durchgehalten habe) waren Fanfiction, auch wenn ich mit zehn das Wort noch nicht kannte. Eine grottenschlechte Geschichte über die zwei Enkelinnen von Harry Potter, größtenteils mit Own Characters und wenn ich Charaktere aus dem Canon verwendet habe, waren die notgedrungen natürlich uralt ^^. Als ich dann sehr lange nichts mehr schrieb, weil es im Alter zwischen 11 und 15 irgendwie nicht richtig flutschen wollte (unglaublich umfangreiche Projekte angefangen, durch PC-Crashs 90% des Materials zur Sprache etc. verloren und dann monatelang keine Lust mehr gehabt…), waren es die Fanfictions, die mich quasi wieder aus dem Sumpf des Nichtschreibens geholt habne.
        Dieses Mal unter wesentlich sparsamerer Verwendung von Own Characters, dafür mit einem ziemlich verpeilten Harry ^^. Ich mag Fanfiction, es ist einerseits Respektbezeugung vor den Autoren die man liebt und andererseits kann man dann alles Mögliche ausprobieren. Man will die Geschichten ja „nur“ im Internet veröffentlichen, die überhöhten Ansprüche an sich selbst können runtergefahren werden und man schreibt entspannter und mutiger :).

        Klassische Charakterinterviews funktionieren wirklich noch so, dass man sich einen Partner sucht und der dann Fragen an den Charakter stellt. Aber das war mir und meiner Truppe bald zu eintönig, wir haben Interviews im RPG-Stil gemacht. Das ist viel spaßiger, aber auch ungleich anstrengender, denn die Erkenntnisse müssen aus den Abenteuern quasi rausdestiliert und extra festgehalten werden, nach dem Muster:
        – aus dem Interview habe ich gelernt, dass Charakter X Angst vor Spinnen hat – aber diese Angst überwinden kann, wenn einem guten Freund Gefahr droht
        – Charakter Y wäre ein guter Vater, wenn er im Roman nicht sterben würde, diese Eigenschaft muss im Ansatz auch im Roman zum Tragen kommen
        Das hat mir unfassbar weitergeholfen :).

        Ah, okay. Stimmt, steht auch so im Artikel drin, dass bei euch eine Arbeitsteilung vorgesehen war :). Aber hey, auch um festzustellen, dass es so nicht klappt, muss man etwas mindestens einmal ausprobiert haben, denke ich.

        Mein Freund schreibt selbst, aber im Moment eher Kurzprosa und Lyrik. Ob ich ihn dazu animieren kann, wieder ein Buch schreiben zu wollen, mit mir als Co, weiß ich nicht. Wir haben eine sehr verschiedene Arbeitsdisziplin ^^ – aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt :). Wir sprechen manchmal stundenlang gegenseitig die Schreibprojekte durch, an denen wir gerade arbeiten und oft lösen sich Probleme wie von selbst.
        Allerdings hat er eher ein Faible dafür, mir dauernd Logikfehler vorzuhalten oder die Unmöglichkeit von Plots oder ganzen Romanprojekten an den Kopf zu werfen – wieso? Damit ich darüber nachdenke und ihm endlich einen logischen Verlauf liefere *g*.

        Ich finde es schön, wie du mit deinem Mann zusammenarbeitest und wie er dich unterstützt 😀

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        • jery22 schreibt:

          Zwischen 11 und 15 verschwenden die meisten keinen Gedanken ans Schreiben, da reichen die Hausaufgaben. Wenn Du schon so früh Deine Berufung gefunden hast (egal, ob daraus fertige Geschichten entstanden – für PC Crashs kannst du nichts), kann ich nur gratulieren und hoffen, dass du bald das Ziel „Schriftstellerin, die vom Schreiben leben kann“ erreichst 🙂
          Ich sah mit 13 zum ersten Mal Star Wars, und die Welt war nicht mehr die gleiche… Seitdem findet man mich meistens in weit, weit entfernten Welten. Zumindest geistig. Körperlich bin ich an diese Ebene der Existenz gebunden.

          Harry Potter Fanfiction habe ich nie gelesen, fand es aber toll, dass die Bücher so viele Jugendliche zum Schreiben anregten. Ich sehe Fanfiction als Kompliment an die Kreativität des Autors, der etwas geschaffen hat, was so viele andere begeisterst, dass sie diese Welt nicht verlassen wollen, sondern weitere Abenteuer mit den Charakteren erleben wollen. Bin immer wieder fasziniert vom Erfindungsreichtum der Fanfic-Autoren, wo winzige Details zu riesigen Geschichten ausgebaut werden, Nebencharaktere Hauptrollen spielen, alternative Zeitstränge erfunden werden… anything goes, alles ist erlaubt und darf ausprobiert werden. Dieser überbordende Schaffungsgeist täte vielen Romanen gut, die oft zu zahm und klischeelastig daherkommen.

          An unterschiedlicher Arbeitsdisziplin sollte ein gemeinsames Projekt nicht scheitern – wenn sich beide einig sind, bis wann zB ein Kapitel oder die ganze Geschichte fertig sein soll, ist es egal, ob einer seinen Teil im Laufe einer Woche schreibt und der andere in einer einzigen Nacht. Allerdings wird man um gemeinsame Deadlines nicht rumkommen, wenn einer der Schreibpartner es eher lax sieht 😉
          Du kannst mit Deinem Freund immerhin über die Schreibprojekte reden, das ist Gold wert, selbst wenn ihr kein gemeinsames Projekt habt. Ein Gesprächspartner, der zuhören kann und die richtigen Fragen stellt, ist eine wertvolle Hilfe beim Entwickeln von Ideen. Mir kommen auch immer mehr und bessere Ideen, wenn ich sie laut bespreche. Mein (ehmaliger) Co-Autor und ich nannten das MindPingPong, kurz MPP, und ja, wir wollen ein Trademark für diesen Begriff haben 🙂

          Ach, das mit den Logikfehlern kenne ich, man muss das nur zum eigenen Vorteil einsetzen – ich lasse meinen Mann alle Plots auf Logikbugs überprüfen, und wenn er einen übersehen hat, ist es seine Schuld 😉 Was die Unmöglichkeit eines Plots angeht – meiner diskutiert mit mir nicht mehr darüber, warum ich einen unmöglichen Plotstrang brauche, weil er weiß, dass er gegen die Sturheit der Muse kein Leiberl hat. Er sucht einfach solange nach einem Weg, bis der Plot plausibel zusammengeschustert ist, und wir müssen die Naturgesetze dafür meist nur ganz wenig verbiegen 😉

          Hab mich sehr über den ausführlichen Kommentar gefreut, danke für die Diskussion! Find’s immer wieder spannend zu erfahren, wie andere Autoren mit ihren Ideen, Charakteren und Lebenspartnern umgehen.

          P.S. Nach meinem letzten Kommentar zu „unterstützender Ehemann“ beschwerte sich selbiger übrigens, dass ich schmalzig gewesen sei *augenroll* Wieso können Männer kein Kompliment annehmen?

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  2. Carmilla DeWinter schreibt:

    Irgendwie erinnert mich die Geschichte daran, was Holly Lisle mal über Kooperationen sagte: alle Beteiligten haben 100% der Arbeit.
    Jedenfalls drücke ich die Daumen, was die Einhaltung der Frist angeht.

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    • jery22 schreibt:

      *g* Ja, ich dachte zuerst auch, dass ich weniger Arbeit hätte, wenn ich einen Co-Autor habe. Naiv, ich weiß. Bei uns scheiterte die Zusammenarbeit letztendlich daran, dass wir beide unterschiedliche Vorstellungen von den Charakteren und dem ganzen Buch hatten, die sich nicht vereinen ließen.
      Heute würde ich eine Zusammenarbeit ganz anders angehen und von vornherein festlegen, wer für was zuständig ist. Ich machte vor Jahren sehr gute Erfahrungen mit schriftstellerischer Zusammenarbeit, daher schließe ich es für die Zukunft nicht aus, wenn das richtige Projekt daherkommt. Bis dahin gilt: Meine Welt, meine Regeln und (leider) allein meine Arbeit 🙂

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      • para68 schreibt:

        Zwar habe ich eine so weit gehende Zusammenarbeit bei einem Schreibprojekt noch nie ausprobiert, aber ich denke, dass Camilla recht hat und alle Beteiligten 100% der Arbeit haben. Man muss wohl zu viel diskutieren, Kompromisse schließen und immer wieder neu planen / plotten. Das wäre mir zu mühselig, da ich beim Schreiben gerne eine gewisse Freiheit habe.

        Was ich dagegen sehr effizient und spannend finde, ist das gemeinsame Plotten an einem Projekt, das aber ganz in der Hand der jeweiligen Initiatorin und späteren Autorin bleibt. Mit Jery habe ich die tolle Erfahrung gemacht, dass sie mit Leichtigkeit meine Plotlöcher füllt, an denen ich aus lauter Betriebsblindheit verzweifle. Bei einer solchen Zusammenarbeit bekommt man Inspirationen für Twists, Charakter- und Plotentwicklungen, die immer sehr willkommen sind. Manchmal entstehen sogar Ideen für ganz neue Projekte .
        Daher freue ich mich schon sehr auf unser zweites Autorentreffen! 🙂

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        • jery22 schreibt:

          Betriebsblindheit scheint ein Schlagwort für Autoren zu sein 🙂 Als Autor kenne ich meine Geschichte natürlich auswendig, da fällt mir gar nicht mehr auf, wenn etwas nicht zuammenpasst, weil es für mich immer Sinn gemacht hat. Eine externe Sichtweise ist da hilfreich, und oft reicht eine kleine Ergänzung, um den Plotpoint für alle Leser sinnvoll zu machen.
          Was Plotentwicklungen angeht, bekenne ich mich schuldig, wohl etwa zu sehr von Mr. Stone geschwärmt zu haben… 😉 Ist aber nicht meine Schuld, wenn Deine Muse darauf anspringt! Ich bin schon neugierig, auf welche Ideen sie im Juli kommmt.

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