Revision # 3 – Mathematik ist nicht meine Stärke

Was ist an diesem Satz falsch?
„Fünf seiner vier Wachen zu Pferd zogen ihre Waffen.“
Hm, irgendwas an den Zahlen stimmt nicht *nimmt Finger zur Hilfe* Also, Jery, noch mal von vorne: Vier Reiter sind anwesend. Wie viele können dann ihre Waffen überhaupt ziehen?
Wenn alle Fehler so simpel zu erkennen und auszumerzen wären, wäre ich bedeutend schneller.

Weitere Frage:
Wenn ein Buch 36 Kapitel hat und ziemlich genau in der Mitte, in Kapitel 19, geht es zum ersten Mal um den Plan, der erklären soll, wie meine Charaktere an den Ort gelangen, wo sie unbedingt einbrechen wollen, was stimmt an der Einteilung nicht?
Richtig, es ist ein bisschen spät.
Die wichtigere Frage ist: Wofür brauche ich 18 Kapitel Einleitung?
Antwort: Brauche ich nicht. Ich habe nur versucht, mehrere Bücher in eines zu packen. Ich hab einen Gefängnisroman, einen Selbstfindungstrip, einen Reisebericht und eine Erzählung über einen Zirkus.
Ich erkläre mich zur Königin der backstory, die kein Mensch braucht, außer der Autor auf der Suche nach seinem Buch.

Tja, es wird langsam immer klarer, was dieses Buch ist. Und was es nicht ist.
Ich hab hier keinen Marmorblock vor mir, aus dem ich David haue, sondern einen ganzen verdammten Steinbruch, in dem ich jetzt erst mal den Marmorblock freilege. Die Arbeit mit Meißel und Hammer folgt später, wenn die Sprengungen erfolgreich waren. Wie gut, dass bei meinen Figuren eine Feuerwerkerin dabei ist…

Lyn, dein Auftritt bitte. Oder, wie ein anderer Charakter mal meinte: „Das Problem mit Lyn und Schwarzpulver ist, dass sie es irgendwann benutzen wird.“

J

Advertisements

Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
Dieser Beitrag wurde unter Revision, Schreiben abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

4 Antworten zu Revision # 3 – Mathematik ist nicht meine Stärke

  1. Evanesca Feuerblut schreibt:

    Solche Fehler hätten auch von mir stammen können… Ich habe es kein bisschen mit Mathe und erst gestern ist mir beim „Stream of Conciosness“-Schreiben (kennst du vermutlich, aber falls nicht oder unter einem deutschen Begriff [während ich widerum nur das englische Wort kenne, Schande über mich], man schreibt einfach nieder, was einem einfällt, ohne nachzudenken) ein richtig blöder Fehler unterlaufen.
    Zwar nicht in Bezug auf Mathe, sondern in Bezug auf Sprachkenntnisse meiner Figuren, aber Fehler ist Fehler…
    In Mathe bin ich aber nicht soo stark, wie ich gern wäre (ich weiß immer noch nicht, wie viele Nicht-Menschen meinen MV-Roman bevölkern) und ich habe nach 100 Seiten von 250 schon mehr als die Hälfte der Handlung fertig *g* während das ganze restliche Buch bis auf wenige Ausnahmen nur noch Showdown ist ^^. Sprich: Mir fehlt ein Mittelteil fast völlig, der Roman besteht größtenteils aus Anfang und Ende.

    Gefällt mir

    • jery22 schreibt:

      Ist es nicht so, dass die meisten Autoren das Problem haben, dass der Mittelteil langweilig ist und sich zieht? Mit Deiner Methode umgehst Du dieses Problem ganz sicher… 😉 Wie wär’s, wenn Du einige Komplikationen einbaust, die den Plot erweitern? Nach dem Motto „erhöhe den Einsatz und mach es schlimmer für die Charaktere“.

      Gefällt mir

      • Evanesca Feuerblut schreibt:

        Stimmt, das tue ich… ^^
        Im Moment kristallisiert sich dadurch, dass ich meine Kapitel länger machen und ein paar für die Handlung notwendigen Kapitel neu schreiben und dazwischenschieben muss ein Mittelteil heraus – beziehungsweise habe ich spontan das längste und etwa in der Mitte der Geschichte gelegene Kapitel im Moment zum Mittelteil ernannt.
        Kompliziert genug ist es im Moment für alle Beteiligten, aber leider auch für den Leser, dem teilweise einfach Infos fehlen, weil ich die wegzulassen meinte……

        Gefällt mir

        • jery22 schreibt:

          Ich neige dazu, meine Leser mit Infos zu erschlagen, weil ich in die Erstfassung erst mal alles reinnehme, was ich als Autor über den Charakter wissen muss. Nachher wird gnadenlos gestrichen, weil der Leser weit weniger wissen muss als der Autor, der mehr Hintergrundinfos braucht, um sich in den Charakter hineinzuversetzen.
          Ich find’s immer wieder spannend, wie unterschiedlich Autoren arbeiten – manche schreiben zu viel und kürzen später, andere sind anfangs zu knausrig mit Infos und fügen diese später hinzu. Marmor und Ton eben 😉

          Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s