Wie man mit Kritik umgeht

Genau wie mit Komplimenten gibt es nur eine Art, mit Kritik umzugehen:
Sag danke. Punkt.

Erinnere dich daran, dass du um diese Kritik gebeten hast. Der Betaleser hat Zeit und Mühe investiert, sich dein Werk durchgelesen, eine Meinung formuliert, und dieser Aufwand gehört honoriert, egal, ob du mit dem Ergebnis zufrieden bist oder nicht.

Hör dir die Kritik an. Hör gut zu. Mach Notizen, wenn sie mündlich kommt. Bewahre sie auf, wenn sie schriftlich erfolgt. Verteidige dein Werk nicht. Erkläre dem Betaleser nicht, was er nicht verstanden hat. Er versteht nur, was im Text steht. Wenn er Fragen hat, ist es dein Job als Autor, sie im Text zu beantworten. Nicht im Gespräch.

Bedenke immer: In der Regel sind Betaleser deine Freunde, und sie wollen nur das Beste für dich. In diesem Fall, dass du ein tolles Buch schreibst. Eines, das sie mit Freuden ihren Freunden empfehlen, das sie gerne herschenken, das sie auch lesen würden, wenn es nicht von dir stammt.

Wenn die Kritik so hart ist, dass du verletzt bist (und glaub mir, irgendwann wird das der Fall sein), dann sei nicht beleidigt. Die Kritik hat nichts mit der Freundschaft zu tun. Es geht um das Buch, nicht um dich persönlich.
Warte einen Tag, bis du reagierst. Warte 24 h, bis sich der erste Ärger gelegt hat, bis du nicht mehr so verletzt bist, dann sieh dir die Kritik noch mal an und entscheide, wo der Betaleser Recht hat und wo du weiterhin anderer Meinung bist.

Wenn du Lob erhältst, freu dich und lass dich davon motivieren. Es gibt Teile des Buches, die gut sind. Es ist nicht alles Mist. Ein Grund zum Feiern! Und nach einem Glas Wein und einer Belohnungsschoki mach dich an die Arbeit und verbessere die Teile, die nicht gut waren.

Jeder Betaleser stellt nur eine Meinung da. Um ein besseres Bild von dem Buch zu erhalten, wie es auf andere wirkt, ist es hilfreich, mehrere Leser zu haben, am besten von beiden Geschlechtern.

Erwarte dir keine Wunder von der Kritik. Überprüfe immer, ob der Betaleser wirklich richtig liegt. Vertrau deinem Instinkt. Vielleicht muss dieser Plot Point drin bleiben, damit der Rest der Handlung Sinn ergibt. Streiche nicht sofort drauf los, nur weil jemand eine Szene nicht mag. Manchmal muss man nur ein Motiv besser herausarbeiten, damit es für den Leser Sinn ergibt.

Legt dir eine dicke Haut zu. Der Betaleser will dein Bestes, und wenn du Glück hast, wird er seine Kritik sanft formulieren, um dich nicht zu verletzen. Normale Rezensenten sind weniger rücksichtsvoll. Sie kennen dich nicht und sagen gerade heraus ihre Meinung.
Sieh diese erste Kritik als Abhärtung an und als Chance, das Buch besser zu machen, damit die folgenden Kritiken nur mehr aus Lob bestehen.

Schreib mit Freude.

J

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Über Jery Schober

author translator daydreamer dogperson bookcollector candlejunkie Übersetzt Romane, schreibt Fantasy, liest querbeet und malt unerfolgreich.
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